Top-Ökonom: Roboter werden Millionen Arbeitsplätze kosten

Zwischen 1990 und 2007 waren Roboter in den USA für den Verlust von über 600.000 Arbeitsplätzen verantwortlich.

Die Frage, wie sich die Automatisierung weiter entwickelt und was die Zunahme von Robotern in der Industrie bedeutet, spaltet. Während der aktuelle US-Finanzminister, Steve Mnuchin, in der Automatisierung gar keine Gefahr sieht, zeigte eine neue Studie, dass es durch den Einsatz von Robotern durchaus sehr negative Effekte gibt und weiterhin geben wird. Darauf angesprochen, ob Künstliche Intelligenz die Arbeitsplätz von Menschen ersetzen, sagte Mnuchin bei einer Veranstaltung von Axios, dass sich dieses Thema „noch nicht mal in unserem Radar befindet (…)“. Das sei erst in 50 bis 100 Jahren ein Thema. „Ich bin überhaupt nicht besorgt“, so Muchin. „Ganz im Gegenteil, ich bin optimistisch.“

Anders sehen es die Top-Ökonomen Daran Acemoglu und Pascual Restrepo. In ihrer Studie für das National Bureau of Economic Research haben Sie analysiert, wie stark sich der Einsatz von Industrierobotern zwischen 1990 und 2007 auf den US-Arbeitsmarkt ausgewirkt hat. „Im Modell, in dem wir Roboter mit menschlicher Arbeit im Ausführen verschiedener Aufgaben konkurrieren lassen, zeigen wir, dass Roboter die Beschäftigung und die Löhne reduzieren können“, heißt es von Acemoglu. Dafür haben sich die Ökonomen sowohl lokale als auch übergreifende Wirtschaften angesehen.

Das Ergebnis: In einer isolierten Umgebung verringert sich mit jedem Roboter pro tausend Arbeiter die Zahl der Arbeitsplätze um 6,2 Arbeiter und der Lohn sinkt insgesamt um 0,7 Prozent. Auf nationaler Ebene sind diese Effekte auch vorhanden, aber kleiner, da hier an anderer Stelle auch neue Arbeitsplätze entstanden, so die Ökonomen. „Ich glaube immer noch, dass es in den nächsten Jahren neue Jobs geben wird“, zitiert die NY Times Restrepo. „Aber wahrscheinlich nicht so viele, wie wir jetzt haben.“ Die Untersuchung schüre vor allem die Sorge um Gemeinden, die direkt an Roboter in der Arbeit gebunden sind.“

Demnach sind von 1990 bis 2007 in den USA aufgrund des Einsatzes von Robotern fast 670.000 Arbeitsplätze in der Produktion weggefallen. Selbst Einflüsse wie etwa Zollbeschränkungen, Software, Krisen und Demographie hätten nicht die starken negativen Effekte von eingesetzten Robotern schmälern können.

In den kommenden Jahren wird sich dieser Trend fortsetzen, da die Zahl der Industrieroboter sich nach Meinung der Ökonomen vervierfachen wird. Insgesamt verzeichnete Asien im vergangenen Jahr mit 156.000 Einheiten den weltweit größten Absatz von Robotern für die Industrie. 67.000 davon gingen nach China. Weltweit wurden zwischen 2010 und 2015 etwa 1,1 Millionen neue Industrieroboter installiert. 2015 wurden 240.000 Roboter verkauft (8 Prozent), wie aus dem aktuellen Bericht der International Federation of Robotics hervorgeht.

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