Zahl der Unterbeschäftigten steigt in Deutschland

Die Zahl der Unterbeschäftigten ist in Deutschland im März gestiegen. Dieser Wert trübt die Tatsache, dass die Arbeitslosenzahl gesunken ist.

Stellenanzeigen hängen in Köln im Fenster einer Zeitarbeitsfirma. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Stellenanzeigen hängen in Köln im Fenster einer Zeitarbeitsfirma. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Die Bundesagentur für Arbeit registrierte im März rund 2,662 Millionen Arbeitslose, wie die Behörde mitteilte. Das seien etwa 100.000 Menschen weniger als noch im Februar und etwa 183.000 weniger als vor einem Jahr. Die Frühjahrsbelebung setzte damit stärker ein als üblich. In den Vorjahren war die Arbeitslosenzahl im März im Schnitt um gut 78.000 Menschen gesunken. Dadurch fiel die Arbeitslosenquote von Februar auf März um 0,3 Prozentpunkte auf aktuell 6,0 Prozent.

Die breiter gefassten Zahlen zur Unterbeschäftigung hingegen stiegen im Vergleich zum März 2016 um 18.000 an. „Wir haben die Quoten zur Unterbeschäftigung eingeführt, um auf die öffentliche Kritik zu reagieren, wonach die offiziellen Arbeitslosenzahlen beispielsweise Menschen in Fort- und Weiterbildungen ausklammern und dadurch den Gesamteindruck auf dem Arbeitsmarkt unzureichend darstellen“, sagte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im März auf 3.688.000 Personen. Der Anstieg sei darauf zurückzuführen, dass die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik insbesondere für Flüchtlinge gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet wurde, schreibt die Arbeitsagentur in ihrem Pressebericht. In der Zahl der Unterbeschäftigten sind die offiziellen Arbeitslosen inbegriffen.

Die Unterbeschäftigung setzt sich folgendermaßen zusammen: Sie enthält die monatlich veröffentlichte Zahl der bei Arbeitsagenturen oder Jobcentern gemeldeten Arbeitslosen plus Personen, die im weiteren Sinn arbeitslos sind (zum Beispiel die sich in Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung befinden) plus Personen, die nahe am Arbeitslosenstatus sind (zum Beispiel Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) plus Personen, die weit weg vom Arbeitslosenstatus sind (zum Beispiel Kurzarbeiter), schreibt die Bundesagentur.

Trotz der abnehmenden Arbeitslosigkeit stieg die Zahl der offenen Stellen auch im März weiter an. Sie liegt derzeit bei 691.924. Im Vormonat Februar waren es noch 674.661 und im März 2016 634.516 Stellen.

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