OMV-Chef drängt auf Entscheidung zu Nord Stream 2

Der Ölkonzern OMV drängt auf Fortschritte beim Pipeline-Projekt Nord Stream 2, da einige Länder sabotieren wollen.

Das OMV-Hauptquartier in Wien. (Quelle: Flickr/Christian Gantar/CC BY ND 2.0)

Das OMV-Hauptquartier in Wien. (Quelle: Flickr/Christian Gantar/CC BY ND 2.0)

Der österreichische Ölkonzern OMV hofft bis Jahresende gemeinsam mit seinen westlichen Partnern einen Weg für eine Beteiligung an dem Pipeline-Projekt Nord Stream 2 zu finden. „Wir sprechen schon ziemlich lange und ich werde selber auch ungeduldig“, sagte der Chef des österreichischen Unternehmens, Rainer Seele, zur Nachrichtenagentur Reuters. Die Bereitschaft, sich zu einigen, sei jedenfalls gegeben, räumte er ein.

Die Pipeline Nord Stream 2 soll Erdgas von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland leiten. Ursprünglich war geplant, dass der russische Energieriese Gazprom und die westlichen Partner – Uniper, die BASF-Tochter Wintershall, Shell, Engie und die OMV – ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau der Röhre gründen. Gazprom sollte 50 Prozent an dem Unternehmen halten, die westlichen Partner jeweils zehn Prozent. Nachdem dieses Vorhaben aber in Polen auf massiven Widerstand stieß, will Gazprom das rund acht Milliarden Euro teure Projekt alleine finanzieren. Die Partner suchen jedoch seit geraumer Zeit nach neuen Möglichkeiten zur Beteiligung. „Es gibt mehrere Optionen“, sagte Seele. In die Karten schauen lassen will sich der OMV-Chef aber nicht. „Als Aktionär oder Eigentümer werde ich dort aber sicherlich nicht mehr einsteigen können“, schränkte er lediglich ein.

Dass die EU-Kommission dem Projekt kritisch gegenübersteht, bedaure er, so der OMV-Chef. „Was ich sehe ist, dass man versucht ein Pipeline-Projekt zu politisieren“, sagte Seele. Seiner Ansicht nach sollte die EU-Kommission eigentlich investitionsfreundliche Rahmenbedingungen setzten und nicht Projekte verhindern. Der OMV-Chef geht aber dennoch davon aus, dass der Zeitplan eingehalten werden könne. Geplant ist, dass Nord Stream 2 Ende 2019 ihren Betrieb aufnehmen soll. Die OMV unterstütze das Projekt, weil Europa einen zusätzlichen Importbedarf von Erdgas haben werde und dafür zusätzliche Infrastruktur benötigt werde. Zudem erwartet der OMV-Chef, dass das Projekt wirtschaftlich attraktiv sei.

Das Projekt wird von Ländern wie den USA, Großbritannien und Polen kritisiert. Die betreffenden Regierungen befürchten, dass es dadurch zu einer Abhängigkeit beziehungsweise Annäherung Europas an Russland kommt.

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