Opel stellt Weichen für friedlichen Übergang zu PSA

Opel erhält die Arbeitsplätze in Deutschland bei einer Übernahme durch PSA. Die Werke seien mit neuen Aufträgen ausgelastet.

Das Opel-Management hat mit neuen rechtlichen Zusagen an den Betriebsrat die Sorgen über Arbeitsplatzabbau bei der Übernahme durch den französischen Autokonzern PSA gedämpft. So werde es für Opel in Deutschland einen Betriebsübergang an PSA geben und nicht nur ein Anteilsverkauf durch die bisherige Opel-Mutter General Motors, wie Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug am Donnerstag in Rüsselsheim nach der Betriebsversammlung sagte. Damit erlangten die Arbeitnehmer die „gerichtsfesten“ Zusagen, die der Betriebsrat öffentlich eingefordert hatte. Angesichts fester Modellzusagen für die Werke Eisenach und Rüsselsheim sei die Arbeit bis „weit über 2020 hinaus“ gesichert. „Wir gehen mit viel Arbeit rüber, wir haben eine gute Verhandlungsposition“, sagte Schäfer-Klug.

Bei einem Betriebsübergang können unmittelbar mit der Übernahme keine Stellen gestrichen werden. Es gibt einen zeitlich begrenzten Bestandsschutz, der Betriebsrat kann eingreifen. PSA-Chef Carlos Tavares hatte in dieser Woche nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und Vertretern von IG Metall und dem Opel-Betriebsrat bereits bekräftigt, bestehende Verträge über Standort- und Arbeitsplatzgarantien einzuhalten. Doch der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gilt nur bis Ende nächsten Jahres. Produkt- und damit Auslastungszusagen für die Werke reichten bis Ende 2020 – Schäfer-Klug zufolge aber noch länger. Die jetzt getroffenen Vereinbarungen seien mit Tavares abgestimmt.

So wird der neue Mokka in Eisenach gebaut, ein großes SUV soll in Rüsselsheim ab Ende des Jahrzehnts vom Band laufen. Auch Derivate der Schwestermarke Buick sollen weiter in Deutschland gebaut werden. Das sorgt laut Betriebsrat auch für genug Arbeit im Motorenwerk in Kaiserslautern. „Wir sind einigermaßen entspannt, was die Werke betrifft“, sagte Schäfer-Klug. Auch das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim bleibe gut beschäftigt.

Zur Vorbereitung der bis Ende des Jahres geplanten Übernahme wird Opel zudem seine Rechtsform von der AG in eine GmbH umwandeln, ohne dass die bei einer Aktiengesellschaft größere Mitbestimmung geschmälert wird. Letztlich werden alle Opel- und Vauxhall-Gesellschaften untere einem Dach zusammengefasst. „Der Rechtsformwechsel und alle Schritte kommen vor dem Betriebsübergang. Die Tarifverträge werden beim neuen Opel noch einmal quergezeichnet“, betonte Schäfer-Klug. Damit gebe es Rechtssicherheit.

Kostensenkung durch gleiche Technik

Auch das von PSA-Chef Tavares genannte Kostensenkungsziel von 1,7 Milliarden Euro schreckt den Betriebsrat nicht. Die Autoindustrie sei ohnehin gezwungen, über mehr einheitliche Bauteile und Fahrzeugplattformen Kosten zu senken. „Deshalb bin ich da nicht so ängstlich“, sagte der Betriebsratschef. Personalabbau könne auf längere Sicht wie bei Volkswagen auch durch die Umstellung auf Elektroautos notwendig werden, dann müssten sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Auch seien die bisherigen Projekte mit PSA zu gemeinsamen Plattformen für SUVs für beide Seiten gut verlaufen. Schäfer-Klug spricht deshalb von einer „Arche“, mit der Opel zu PSA herübersegelt.

PSA hatte vor wenigen Wochen mit General Motors die Übernahme von Opel vereinbart. Der Autobauer rückt damit hinter VW zur Nummer zwei unter Europas Autoherstellern auf. Opel ist in Deutschland mit Werken in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen vertreten. Europaweit zählt das Unternehmen gut 38.000 Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte arbeiten in Deutschland, vor allem in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach.

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