Oxfam: US-Firmen schaffen Billionen in Steueroasen

Die 50 größten US-Unternehmen lassen der Entwicklungsorganisation Oxfam zufolge immer größere Summen in Steueroasen fließen und damit am US-Fiskus vorbei.

Bei internationalen Konzernen ist Steuervermeidung mittlerweile Volkssport. (Foto: Flickr/thetaxhaven/CC BY 2.0)

Bei internationalen Konzernen ist Steuervermeidung mittlerweile Volkssport. (Foto: Flickr/thetaxhaven/CC BY 2.0)

In dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht kommt Oxfam America gemeinsam mit dem Institute for Taxation and Economic Policy zu dem Schluss, dass die untersuchten Firmen im Jahre 2015 rund 1,6 Billionen US-Dollar an Gewinnen in Steueroasen verschoben haben, berichtet Reuters. Das sei gegenüber dem Jahr zuvor ein Anstieg um rund 200 Milliarden Dollar. Dazu hätten sich die US-Konzerne mehr als 1750 Tochterfirmen und Zweigniederlassungen bedient. US-Präsident Donald Trump dürfte das ein Dorn im Auge sein. Er hat sich zum Ziel gesetzt, im Ausland geparkte Gewinne von US-Konzernen ins Land zurückzuholen.

Der Bericht beruht laut Oxfam auf der Auswertung von Steuererklärungen und anderen öffentlich zugänglichen Berichten. Zwischen 2009 und 2015 hätten die untersuchten Unternehmen demnach rund 2,5 Milliarden Dollar für Lobbyarbeit ausgegeben. Damit hätten sie großzügige Steuervergünstigungen erreicht. „Bei internationalen Konzernen ist Steuervermeidung mittlerweile Volkssport. Das betrifft nicht nur die USA“, sagte Oxfam-Steuerexperte Tobias Hauschild. Die Firmen prellten die Staaten dadurch um Mittel, die diese für Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur bräuchten. Oxfam forderte, dem einen Riegel vorzuschieben. Es könnten beispielsweise Strafsteuern auf solche Transaktionen erhoben werden.

Die großen Industrie- und Schwellenländer arbeiten bereits seit Jahren daran, Steuerschlupflöcher für international tätige Konzerne zu schließen sowie mit mehr Transparenz und Zusammenarbeit Steuerbetrügereien einzudämmen.

Kommentare

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  1. Haagadone sagt:

    Leider ist dies ja keine wirkliche Novität. Rund um den Globus werden die Finanzminister betrogen. Aber gleichzeitig haben Firmen keine Hemmungen staatliche Stütze zu beantragen, wenn es mal knapp wird.
    Ein uraltes Rezept: Schulden werden sozialisiert – Einnahmen werden „privatisiert“.
    Aber die Schuldigen sitzen eben auch in der Politik. Man könnte problemlos die Kontrolle über das Steuerverhalten der Unternehmen verschärfen, aber warum zögert man?
    Dies sollte man eigentlich von neutraler Seite aus diskutieren und dann agieren.
    Wie schön war es doch iim Mittelalter! Man musste nur den „Zehnten“ abliefern! Gelle!