Notenbank fordert von Österreichs Banken Kostensenkungen

Die Zentralbank fordert Österreichs Banken zu massiven Kosteneinsparungen auf. Diese sollten Filialen schließen.

Laut Österreichischer Nationalbank sind die Kosten der Banken zu hoch. (Foro: flickr.com/ JWPhotography2012/CC BY 2.0)

Laut Österreichischer Nationalbank sind die Kosten der Banken zu hoch. (Foro: flickr.com/ JWPhotography2012/CC BY 2.0)

Die Österreichische Nationalbank verlangt von den Finanzinstituten des Landes angesichts schwächelnder Geschäfte deutliche Einsparungen. „Die Banken sollen die Zeit der niedrigen Wertberichtigungen nutzen, um in Kostenreduktionen zu investieren und sich fitzumachen für eine Normalisierung der Zinslandschaft“, forderte Notenbank-Vizechef Andreas Ittner der Nachrichtenagentur Reuters zufolge. Spielraum sieht der Währungshüter vor allem bei der Filialzahl. Zugleich müssten die Banken in die Digitalisierung und ihre IT-Systeme investieren.

Die stark in Osteuropa vertretenen österreichischen Banken würden derzeit nicht kräftig genug an der Kostenschraube drehen, sagte Ittner. Die in diesem Zusammenhang wichtige Kosten-Quote sei 2016 im Schnitt auf knapp 67 Prozent gestiegen nach gut 63 Prozent im Jahr davor. Er sei der Meinung, dass mittelfristig eine durchschnittliche Filial-Bank unter 50 Prozent kommen müsse. Die einzige österreichische Bank, die diese Erwartungen erfüllt, ist die dem Finanzinvestor Cerberus gehörende Bawag. Sie kam zuletzt auf eine Kosten-Quote von gut 44 Prozent. Die Raiffeisen Bank International (RBI) lag zum Vergleich zuletzt mit 60,7 Prozent deutlich darüber.

RBI-Chef Johannn Strobl räumte bereits ein, dass man mit der Quote nicht zufrieden sei und will sie mittelfristig auf 50 bis 55 Prozent senken. Den Hebel ansetzen will der Manager vor allem in Polen, wo bis zu 950 Stellen gestrichen werden sollen.

Sparspielraum sieht Ittner bei den Filialen. Zwar sei seit der Finanzkrise 2008 durch Fusionen die Zahl der Banken um fast ein Viertel auf 570 zurückgegangen. Die Filialdichte sei aber im Vergleich weiterhin recht hoch. In Österreich kommen 2100 Einwohner auf eine Filiale, in Deutschland seien es 2400, in Finnland 5200 und in den Niederlanden 9600 Einwohnern pro Bankstandort. Zudem versorge ein Bankmitarbeiter in Österreich 118 Einwohner, während es in Deutschland 126, in Italien 203 und in Finnland 250 seien.

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