Öl made in Österreich: OMV entdeckt heimische Lagerstätten

Durch immer bessere Technik kann der Rohstoffkonzern OMV auch heimische Erdöl- und Erdgasquellen nutzen. Die einzige Voraussetzung ist ein stabiler Ölpreis.

Mindestens zwölf Bohrungen wird der österreichische Energiekonzern OMV in den nächsten Monaten im eigenen Land machen, berichtet die dpa. „Es können aber auch 50 werden, wenn der Öl- und Gaspreis stimmt“, sagt der Chef der OMV Austria, Reinhard Oswald. Nach der Erholung des Ölpreises auf zumindest 50 Dollar pro Barrel (ein Fass à 159 Liter) lohnt es sich wieder, die Lagerstätten vor der Haustür neu zu entdecken, auf denen OMV seit Jahrzehnten aktiv ist. „Wir haben sehr deutlich gesagt, dass wir unser Engagement in Österreich ausbauen wollen“, bekannte sich der aus Deutschland stammende OMV-Konzernchef Rainer Seele zu „Öl made in Austria“. 170 Millionen Euro nimmt die OMV dafür in diesem und dem nächsten Jahr in die Hand. Zehn Prozent des heimischen Erdöl- und Erdgasbedarfs kann die OMV so abdecken.

Da das „Weinviertel“ seit mehr als 60 Jahren ausgebeutet wird, hat die OMV äußerst viel Erfahrung im Umgang mit „reifen Feldern“. Das Areal in Österreich ist damit auch ein Testlabor für den Öl- und Gasabbau in anderen Teilen der Welt. Die heimischen Reserven reichen noch 15 bis 20 Jahre – ein Zeitfenster, das sich dank besserer Technologien regelmäßig nach hinten verschiebt. „Wir sind Weltklasse in der Pflege von Lagerstätten“, sagt Oswald.

Die österreichische Bohrkampagne ist zwar nur ein winziger Tropfen im Ölmarkt, aber das erhoffte Förderplus liegt zumindest im Trend. Die Internationale Energieagentur IEA mahnte jüngst Investitionen in den Ölmarkt an, damit die Nachfrage auch nach 2022 noch erfüllt werden kann. Wenn weltweit nicht wieder mehr investiert werde, drohe wegen des großen Bedarfs vor allem in Asien erneut ein sprunghafter Anstieg der Preise, warnte die IEA in ihrem Fünf-Jahres-Ausblick.

Der Bohrturm von Bernhardsthal wird bald wieder umziehen – ab- und aufgebaut wird er in jeweils nur drei Tagen. Dann wird in der Nähe des bisher ertragreichsten Feldes gebohrt. Ein normaler Fund ist nur eine Notiz in der Mitarbeiterzeitung wert. Doch bei einem großen Fund „gibt es schon ein Festle“, schmunzelt Oswald.

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