Kooperation in Indien: VW plant kostengünstiges Budget-Auto

VW plant eine Partnerschaft mit dem indischen Marktführer Tata für ein erschwingliches Auto unter 5.000 Euro.

Der Automobil-Markt in China ist durch viele Regulierungen, Zölle und Steuern vom globalen Handel isoliert. Durch diese Maßnahmen ist er ein besonders „politischer“ Automarkt, der die einheimische Industrie fördern, aber die Vorteile ausländischer Exporteure für sich nutzen will. Dabei werden einige Autobauer bevorzugt – zuvorderst General Motors und Volkswagen.

Um diesen Regulierungen zu entgehen und den Profit steigern zu können, versucht sich VW nun an einem weiteren potentiellen Markt: Indien. Der deutsche Konzern ist hier bisher recht spärlich vertreten, berichtet Bloomberg. Das liegt besonders an der Zielgruppe des Autobauers, die definitiv nicht im Low-Budget-Bereich zu finden ist. Auch Apple hat den indischen Markt für sich entdeckt und versucht, die Kosten durch dortige Produktion derartig zu drosseln, dass die eigentlich hochpreisigen Smartphones auch für andere Zielgruppen erschwinglich werden.

Um diesen potentiellen Markt erschließen zu können, will Volkswagen eine Partnerschaft mit dem indischen Konzern Tata Motors eingehen, so Bloomberg weiter. Tata Motors Ltd. ist das größte indische Automobil-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 42 Milliarden US-Dollar, das u.a. die britische Marke Jaguar besitzt. Vor allem im Segment der Nutzfahrzeuge ist Tata Motors Marktführer in Indien.

Die Strategie von VW und Tata ist es, ein kostengünstiges Auto im Niedrigpreis-Segment zu entwickeln. Der deutsche Autobauer versucht dieses Ziel bereits seit mehreren Jahren zu erreichen. Bisher ist dieses Projekt gescheitert. Auch eine Partnerschaft mit dem japanischen Autobauer Suzuki endete 2015, kurz bevor die Software-Manipulationen von VW an die Öffentlichkeit kamen. Das Ziel war auch damals die Erschließung des begehrten indischen Marktes. Doch Suzuki kaufte Technologie vom Konkurrent Fiat. VW beschuldigte den japanischen Partner des Vertrauensbruchs, woraufhin der Vertrag aufgehoben wurde.

Währenddessen hatte Tata es bereits geschafft, ein entsprechendes Auto zu konstruieren, das unter 1.500 Euro kostete. Der Erfolg hielt jedoch nicht vor. Das soll sich nun ändern. Das Joint Venture zwischen Volkswagen und Tata Motors soll die Technologie und das Image des deutschen Unternehmens mit der Position des indischen Marktführers verbinden, so ein „Memorandum of Understanding“, das die Geschäftsführer bereits unterzeichnet haben. Die VW-Tochter Skoda solle das Projekt leiten. „Wir sind überzeugt, dass durch diese Zusammenarbeit beide Unternehmen von den Stärken des jeweils anderen profitieren werden, indem wir Synergien schaffen sowie innovative und smarte Lösungen für Indien und die Überseemärkte entwickeln“, sagte der Geschäftsführer von Tata, Günter Butschek. Vertragliche Rahmenbedingungen werden demnach in den kommenden Monaten geprüft.

Sich an anderen Märkten zu orientieren, ist bereits seit Jahren die Strategie des deutschen Autobauers, der seinen Umsatz insbesondere auf den nicht-europäischen Märkten macht. Doch auch die zukunftsorientierte Ausrichtung ist VW nicht fremd. Zuletzt stellte das Unternehmen mit seinem Konzept-Auto „Sedric“ einen Entwurf für autonom fahrende Autos vor.

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