Qualcomm schneidet nicht so schlecht ab wie befürchtet

Der in mehrere Rechtsstreitigkeiten verwickelte US-Chipspezialist Qualcomm hat im zweiten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient und umgesetzt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Streit mit dem wichtigen Kunden Apple hat sich aber nicht auf die Bilanz ausgewirkt.

Unter dem Strich sank der Gewinn um 36 Prozent auf 700 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz fiel um 10 Prozent auf 5 Milliarden Dollar. Analysten hatten bei beiden Größen allerdings mit noch schlimmerem gerechnet. Im nachbörslichen Handel legte der Qualcomm-Kurs daher deutlich um fast 3 Prozent zu, so die dpa.

Zuletzt war der vor der Übernahme des Infineon-Konkurrenten NXP stehende Konzern dazu verurteilt worden, an den Smartphone-Pionier Blackberry 815 Millionen Dollar zu zahlen. Hintergrund sind überhöhte Gebühren für Patentlizenzen.

Ärger hat Qualcomm wegen ähnlicher Vorwürfe auch mit dem US-Mobiltelefonhersteller Apple. Der iPhone-Konzern hatte kürzlich deshalb in den USA und in China Klage eingereicht. Der Streit hätte sich aber nicht auf die Bilanz ausgewirkt, teilte Qualcomm mit. Zwar hätten die Auftragsfertiger von Apple Lizenzgebühren nicht in voller Höhe bezahlt. Doch dies habe den Umsatz nicht belastet, da die Summe in etwa der Schadenersatzforderung von Apple entspreche. Ob die Auftragsfertiger auch im laufenden Quartal Gebühren zurückbehielten, sei noch nicht klar, so Reuters.

Qualcomm ist der weltweit größte Hersteller von Chips für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets. NXP ist noch vor dem deutschen Dax-Konzern Infineon führend bei Chips für die Autoindustrie und bietet etwa Lösungen für vernetzte und selbstfahrende Autos sowie Sicherheitssysteme an. Vor allem durch seine NFC-Funkchips für das kontaktlose Bezahlen etwa mit dem Smartphone ist die einstige Philips -Tochter bekannt. Gemeinsam werde ein jährlicher Umsatz von mehr als 30 Milliarden Dollar und eine Führungsposition in Märkten wie dem Internet der Dinge, bei Sicherheitslösungen und der Zukunft des Automobils erwartet, hatte es bei der Ankündigung des Übernahmevorhabens geheißen

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