Alitalia leitet Insolvenzverfahren ein

Die Krisen-Airline Alitalia steht vor dem Aus. Die italienische Fluggesellschaft kündigte am Dienstag an, das Insolvenzverfahren einzuleiten.

Zuvor hatten die Mitarbeiter mit großer Mehrheit einen mit den Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan des Managements abgelehnt, berichtet Reuters. Der Konzern kündigte für Donnerstag eine Hauptversammlung an, auf der die nächsten Schritte entschieden werden sollten. Industrieminister Carlo Calenda erklärte, die Fluggesellschaft werde nicht verstaatlicht. Zudem würden keine weiteren öffentlichen Gelder zur Rettung bereitgestellt. Der Flugbetrieb soll der Alitalia zufolge zunächst uneingeschränkt weitergehen.

Der Sanierungsplan sah den Abbau von 1700 Jobs beim Bodenpersonal und die Kürzung der Gehälter beim Flugpersonal von acht Prozent vor. Damit sollte der Weg geebnet werden, den Betrieb der Airline mit frischen Finanzspritzen der Anteilseigner aufrecht zu erhalten, die zu 49 Prozent der arabischen Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi gehört. Auch die heimischen Banken Unicredit und Intesa Sanpaolo zählen dazu. Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte kürzlich gewarnt, dass Alitalia ohne die Kürzungen nicht überleben könne.

Calenda sagte im staatlichen Fernsehen, es sei der Bevölkerung nicht verständlich zu machen, weitere Milliarden an Steuergeldern in ein verlustreiches Unternehmen zu stecken. In der Vergangenheit seien bereits fast acht Milliarden Euro geflossen, um das Unternehmen zu erhalten.

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