UBS muss US-Behörde weitere halbe Milliarde zahlen

In einem erneuten Rechtsstreit muss die UBS hunderte Millionen nach Amerika überweisen. Weitere Strafen stehen bevor.

Ein weiterer US-Rechtsstreit um Immobilien-Anlagen vor der Finanzkrise kommt die UBS teuer zu stehen, berichtet Reuters. Die Schweizer Großbank bezahlt im Zusammenhang mit dem Ausfall von zwei Genossenschaftsbanken 445 Millionen Dollar an die National Credit Union Association (NCUA), wie die Behörde mitteilte. Die NCUA hatte der UBS vorgeworfen, die beiden Genossenschaftsbanken über Risiken von hypothekenbasierte Wertpapieren im Volumen von 1,15 Milliarden Dollar in die Irre geführt zu haben. Insgesamt hat die Behörde eigenen Angaben zufolge von Banken damit fast 4,8 Milliarden Dollar zurückgeholt. Mit den Mitteln würden Forderungen gegen fünf Genossenschaftsbanken beglichen, die 2009 und 2010 zusammenbrachen.

Die UBS gab kein Fehlverhalten zu. „Das ist ein weiterer Rechtsfall aus der Vergangenheit, den wir beigelegt haben“, erklärte eine UBS-Sprecherin. Im vergangenen Jahr hatte das Institut in ähnlichen Fällen bereits 79,3 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt.

Die UBS erhöhte dem im März veröffentlichten Geschäftsbericht zufolge ihre Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten am US-Immobilienmarkt zuletzt auf 1,5 von 1,4 Milliarden Franken. Im Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium steht eine Einigung noch aus. Experten erwarten, dass die UBS dafür möglicherweise noch mehr auf den Tisch legen muss als für die Einigung mit der NCUA. Bereits einen Schritt weiter sind hier andere europäische Großbanken. Die Credit Suisse kosteten die Einigung mit dem Justizministerium wegen Tricksereien am Immobilienmarkt 5,3 Milliarden Dollar, die Deutsche Bank gar 7,2 Milliarden Dollar.

Die Institute hatten vor der Finanzkrise faule US-Hypotheken aufgekauft, in Wertpapieren – sogenannte „Residential Mortgage Backed Securities (RMBS)“ – gebündelt und weiterverkauft. Als der US-Immobilienmarkt einbrach, blieben die Investoren auf riesigen Verlusten sitzen.

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