Der LKW wird zum mobilen Daten-Center

Die Logistikbranche sucht gezielt digitale Lösung, um die Produktivität ihrer LKW-Flotten optimieren zu können.

Ein LKW verbringt nur rund ein Drittel seiner Lebensdauer auf der Straße. (Foto: Flickr/(vincent desjardins)/CC BY 2.0)

Ein LKW verbringt nur rund ein Drittel seiner Lebensdauer auf der Straße. (Foto: Flickr/(vincent desjardins)/CC BY 2.0)

Frische Rosen aus Kenia, Strickwesten aus Bangladesch, Chardonnay aus Chile – der Globalisierung sei Dank kann heutzutage fast alles in unsere Supermärkte oder sogar direkt nach Hause geliefert werden. Dass alles am Ort in der richtigen Zeit und auch in der richtigen Qualität ankommt, ist aber alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Die logistischen Herausforderungen für Spediteure und Fuhrparkunternehmen sind immens. Die Digitalisierung bietet den Unternehmen hier ganz neue Chancen und Möglichkeiten. Mercedes-Benz LKW hat dieses Potential zuerst erkannt und unterstützt die Branche mit der Tochterfirma Fleetboard seit 2000, wenn es um vernetzte Dienste und Telematik-Lösungen mit echtem Kundennutzen geht. In München fand dazu ein Medien-Workshop statt, bei dem sich Fachjournalisten und Experten über die neuesten Entwicklungen und Lösungen für die Zukunft der Transportlogistik informieren konnten. Stefan E. Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw:

„Die Logistikbranche steht unter einem gewaltigen Wettbewerbsdruck, nicht nur in Europa sondern weltweit. Das sind der Kostendruck, der Konkurrenzdruck, steigender Fahrermangel. Diese Herausforderungen werden wir nicht Schlag auf Schlag lösen können, aber mit Fleetboard kennen wir die Herausforderungen unserer Kunden und wir werden digitale Lösungen anbieten, beziehungsweise wir haben sie schon angeboten, mit denen unsere Kunden wettbewerbsfähiger sind und ihr Geschäft erfolgreicher gestalten können.“

Wie eminent wichtig Effizienz in der Logistikbranche ist, verdeutlicht ein Blick auf den Brummi-Alltag: 65 Prozent eines LKW-Lebens ist reine Standzeit, lediglich 35 Prozent verbringt der Truck auf der Straße und erfüllt seinen eigentlichen Zweck, nämlich den Transport von Waren und Gütern. Und nicht selten ist er dann nur zur Hälfte oder überhaupt nicht beladen. Das Ziel muss also sein, die Auslastung der LKWs zu erhöhen und die Frachtvermittlung effizienter zu gestalten. Mit Hilfe von digitalen Telematik-Lösungen ist das auch zu erreichen, sagt Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Geschäftsführerin der Daimler Fleetboard GmbH:

„Ehrlich gesagt ist der Digitalisierungsgrad in der Logistikbranche Stand heute immer noch relativ niedrig. Das bietet aber auf der anderen Seite auch enormes Potential, den der digitale Wandel mit sich bringt. Und das heißt auch für die Logistiker, die den digitalen Wandel mitgehen, dass es ihnen gute Möglichkeiten bietet, sich von ihren Wettbewerbern positiv abzusetzen. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Wenn wir es mit unseren digitalen Diensten schaffen, pro Monat 100 Kilometer Leerfahrt zu vermeiden, ist es für den Spediteur genau so, als wenn er drei Prozent weniger Sprit verbraucht. Normalerweise braucht ein Fahrzeughersteller dazu eine komplett neue Motorengeneration, um diese drei Prozent Spritersparnis anbieten zu können.“

Datenvielfalt und neue Technologien bieten also immer neue Möglichkeiten, die Profitabilität der Logistikbranche maßgeblich zu steigern. Aus der Fülle der verschiedensten Angebote von Apps über ganzheitliche Logistiksysteme gilt es für Transportunternehmen, die für sie passendste Lösung zu wählen. Seit Beginn im Jahr 2000 hat sich Fleetboard der ständigen Innovation der Branche verschrieben – und entwickelt permanent neue Lösungen im engen Dialog mit Spediteuren und Truckern. So wurde zum Beispiel ein Produkt entwickelt, das es Fuhrparkunternehmen ermöglicht, aktuelle Dieselpreise für die hofeigene Tankstelle objektiv miteinander zu vergleichen. Ein digitaler Marktplatz zur Beschaffung von Treibstoffen sozusagen. Das Beispiel zeigt: Welche Herausforderung die Zukunft auch bringen mag, Fleetboard entwickelt die passende Lösung.

„Es gibt eine Vielzahl von neuen Technologien, die den Wandel in der Logistik mitbestimmen. Von daher ist es wichtig, diese zu kennen und auch zu nutzen, um kundenspezifische Lösungen anzubieten. Darüber hinaus kommen noch neue Arbeitsweisen dazu wie Scrum oder Design Thinking. Und was wir gerade machen ist folgendes: Wir bilden Communities mit Innovation Hubs oder Start-ups, um Technologien mit neuen Geschäftsmodellen und Arbeitsweisen geschickt zu verbinden. Denn am Ende kommt es auf die Lösung, die der Kunde braucht, an, denn die unterschiedlichen LKWs gleichen sich in ihrer Entwicklung immer weiter an. Das heißt, dass am Ende der digitale Dienst, der ein Kundenproblem genau bedient und löst, den Unterschied machen kann.“

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