Schweizer Vermögensverwalter vor ungewisser Zukunft

Niedrigzinsen, die Handelsflaute bei den Kunden und die Konkurrenz durch neue Anbieter drücken die Erträge der Banken und bringen manche von ihnen gar in Existenznöte.

 Auch UBS und Credit Suisse kommen nicht umhin, sich der neuen Wirklichkeit zu stellen: Denn selbst wenn es gelingt, über neue Gebührenmodelle und steigende Zinsen einen Teil der Ausfälle wettzumachen – der Boom von vor der Finanzkrise dürfte sich nicht wiederholen.

Deutlich wird der Paradigmenwechsel auch bei einem Blick auf die Zahlen: Dem Schweizer Marktführer UBS gelang es zwar, das verwaltete Vermögen außerhalb von Nordamerika in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel zu steigern, doch das Ertragswachstum konnte damit nicht Schritt halten: Die Bruttomargen sind im selben Zeitraum um etwa ein Fünftel eingebrochen. Viele kleinere Institute haben nicht überlebt: Seit Mitte der 90er-Jahre schrumpfte die Zahl der Schweizer Banken von über 400 auf zuletzt rund 270, wie aus Daten der Nationalbank hervorgeht.

Grund für den Strukturwandel ist zum einen der Kampf gegen Steuerflüchtlinge: Jahrzehntelang galten die Schweizer Banken als sicherer Hafen für unversteuerte Gelder – und die Kundschaft aus aller Welt war bereit, für die Verschwiegenheit zu bezahlen. Doch seit dem Ende des Bankgeheimnisses achten die Kunden verstärkt auf die Gebühren, die sie für die Verwaltung ihres Vermögens bezahlen und die Institute stehen im internationalen Preiswettbewerb. Zudem ist das Vermögensverwaltungsgeschäft selbst aufwendig und teuer geworden: Die Banken müssen jeden einzelnen Kunden durchleuchten, um ja keine Schwarzgelder einzusammeln und damit neue rufschädigende und teure Rechtsverfahren zu riskieren.

Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz durch Anbieter, die nicht wie die alteingesessenen Banken auf individuelle Beratung durch einen persönlichen Betreuer setzen, sondern den Computer befragen. Bei diesen Robo-Beratern sind die Gebühren oft deutlich niedriger, was wiederum die traditionellen Branchenvertreter unter Druck bringt, ihre Preise transparent zu machen oder zu senken.

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