Razzien bei österreichischen Baufirmen wegen Preisabsprache

In Österreich fanden Razzien bei mehreren Baufirmen statt. Insgesamt sollen 20 Unternehmen verwickelt sein.

Der Baukonzern Strabag reagiert auf die schwache Entwicklung der Industrie mit Zukäufen. (Foto: Strabag)

Der Baukonzern Strabag reagiert auf die schwache Entwicklung der Industrie mit Zukäufen. (Foto: Strabag)

Razzia bei Strabag und Porr: Wegen möglicher Preisabsprachen haben Ermittler in den vergangenen Tagen die beiden österreichischen Baufirmen durchsucht. „Es besteht der begründete Verdacht, dass Unternehmen Preise abgesprochen haben“, teilte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde mit. Beide Baukonzerne haben die Untersuchungen bestätigt. An der Wiener Börse reagierten die Anleger verschreckt. Strabag verlor mehr als drei Prozent auf 36,5 Euro, Porr-Aktien brachen um 6,5 Prozent auf 30,6 Euro ein.

Mehrere österreichische Tageszeitungen berichteten, dass der Verdacht bestehe, dass insgesamt 20 Tiefbauunternehmen die Preise beim Bau von Autobahnen und Landstraßen abgesprochen hätten. Laut der Tageszeitung Der Standard ermittelt die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bereits seit dem Vorjahr gegen führende heimische Anbieter im Tiefbau. Die „Verstöße“ sollen 2008 bis 2014 erfolgt sein. Der Schaden beläuft sich dem Bericht zufolge auf zumindest 100 Millionen Euro.

„Es ist richtig, dass in unseren Niederlassungen in Wien und Spital an der Drau (…) Hausdurchsuchungen stattgefunden haben“, sagte eine Strabag-Sprecherin. Der auch stark in Deutschland aktive Konzern sei im Zuge der Ermittlungen gebeten worden, die Recherchen durch die Herausgabe von Dokumenten zu unterstützen. Diesem Ersuchen werde man natürlich nachkommen, sagte die Sprecherin. Auch Porr bestätigte Hausdurchsuchungen an vier Standorten des Unternehmens. „Wir haben umgehend die interne Prüfung der Sachlage veranlasst und kooperieren selbstverständlich vollumfänglich mit den Behörden“, sagte eine Sprecherin.

Porr hatte im Februar eine Hybridanleihe im Umfang von 125 Millionen Euro emittiert. Dies war die erste Hybridanleihe eines österreichischen Emittenten im Jahr 2017 und die zweite der Porr AG nach der Hybridemission im Jahr 2014. „Die Tatsache, dass diese Hybridanleihe der Porr überzeichnet war und über einen für Porr attraktiven Zinssatz verfügt, zeigt deutlich, dass das Standing des Unternehmens am Kapitalmarkt stets wächst. Wir freuen uns sehr, dass wir die Porr bei dieser Maßnahme beraten durften“, sagte Christian Temmel, Partner und Leiter der Kapitalmarktpraxis bei DLA Piper Weiss-Tessbach in Wien. Die Abwicklung erfolgte über die HSBC Bank.

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