Frauen können Lohn von männlichen Kollegen erfragen

Weibliche Angestellte können Auskunft über den Lohn von männlichen Kollegen an gleichwertigen Arbeitsplätzen verlangen. Die Regelung gilt für Frauen in Firmen ab 200 Beschäftigten.

Mit dem am Freitag vom Bundesrat gebilligten Lohntransparenzgesetz soll ein Schritt in Richtung gleicher Entlohnung aller Frauen und Männer bei vergleichbarer Tätigkeiten erreicht werden. „Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass Frauen und Männer in unserer Gesellschaft und in unserer Arbeitswelt gleichgestellt sind“, zitiert Reuters die Staatssekretärin im Familienministerium, Caren Marks.

Die Gesetz betrifft etwa 14 Millionen Beschäftigte. Frauen in Firmen ab 200 Beschäftigten erhalten einen Auskunftsanspruch, was Männer in gleichwertigen Positionen verdienen. Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sollen betriebliche Verfahren zur Überprüfung von Lohngleichheit einführen. Zudem müssen diese Betriebe Berichte über Fortschritte bei der Gleichstellung vorlegen. Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer hatte das Vorhaben als bürokratisch kritisiert und erklärt, das Ziel, bessere Karrierechancen für Frauen zu schaffen, werde nicht erreicht.

Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwas kleiner geworden. Weibliche Beschäftigte bekamen für ihre Arbeit im vergangenen Jahr durchschnittlich 21 Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Lücke aber kaum verringert: 2006 lag sie bei 23 Prozent, 2014 und 2015 bei 22 Prozent. Frauen kamen demnach im vergangenen Jahr auf einen Stundenlohn von durchschnittlich 16,26 Euro brutto, Männer erhielten 20,71 Euro.

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