Türkischer Textilkonzern Mavi will an die Börse

Der türkische Textilkonzern Mavi strebt an die Börse. Es wäre dies der größte Börsengang in der Türkei seit vielen Jahren.

«Für uns ist jetzt der optimale Zeitpunkt», sagte Mavi-Vorstandschef Cuneyt Yavuz dem Handelsblatt. Der mögliche Börsenwert wird von Analysten auf 800 Millionen Euro geschätzt. Laut der Zeitung wäre dies der größte Börsengang in der Türkei seit vielen Jahren.

Einen genauen Termin für den Gang aufs Parkett gibt es noch nicht, so die dpa. Voraussichtlich Anfang Juni soll es weitere Informationen geben. Die Eigentümer, die Familie Akarlilar und ein Fonds des Finanzinvestors Turkven wollen mindestens die Hälfte der Anteile abgeben, schreibt die Zeitung – teils über Privatplatzierungen im Ausland, teils über eine Notierung an der Istanbuler Börse.

Die Aktien des Modelabels sollen Investoren und Privatanlegern angeboten werden, teilte das Unternehmen Reuters zufolge am Montag mit. Experten sehen in dem Schritt rund zehn Monate nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei einen Prüfstein für den Aktienmarkt in der Metropole. In diesem Jahr nahmen Firmen bislang beim Sprung auf das Börsenparkett in Istanbul nur 14,3 Millionen Dollar ein nach 119,9 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Putschversuch wirbelte die Finanzmärkte des Landes durcheinander und verunsicherte die Investoren. Die Wirtschaftsleistung der Türkei schwächte sich ab. Das Modelabel, das unter anderem mit H&M konkurriert, sei gut durch die Turbulenzen gekommen, sagte Mavi-Chef Cüneyt Yavuz. Im vergangenen Jahr habe Mavi mehr als eine Million neuer Kunden in der Türkei hinzugewonnen.

Mavi wurde 1991 von der Familie Akarlilar gegründet und hat seinen Hauptsitz in Istanbul. Mavi betreibt weltweit rund 400 Geschäfte. 2016 setzte das Unternehmen umgerechnet 336 Millionen Euro bei einem Gewinn vor Zinsen Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 44 Millionen Euro um.

Wichtigster Auslandsmarkt ist Deutschland mit einem Umsatz von zuletzt knapp 100 Millionen Euro. Dort hat Mavi neun eigene Läden. Zudem vertreibt das Unternehmen etwa seine Jeans über Händler wie Karstadt, Breuninger oder P&C.

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