Deutscher Wirtschaft fehlen 237.500 Techniker und Ingenieure

Wer naturwissenschaftlich oder technisch ausgebildet ist, hat in Deutschland wesentlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Menschen mit anderen Qualifikationen. Das gilt auch für Zuwanderer.

Den deutschen Unternehmen fehlen einer Studie zufolge derzeit 237.500 Arbeitskräfte im sogenannten „Mint“-Bereich. Damit liege der Mangel an Fachkräften aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik so hoch wie noch nie seit Beginn der Erhebung 2011, hieß es in einer Analyse des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Auch die Zahl der offenen „Mint“-Stellen kletterte auf den Rekord von 430.400. Die Differenz zur Lücke von 237.500 stellen die Arbeitslosen in diesem Bereich dar.

Wohl auch deshalb haben MINT-Kräfte besonders gute Arbeitsbedingungen. So verdienen 75 Prozent der MINT-Akademiker mehr als 2.000 Euro netto pro Monat. Von den anderen Akademikern schaffen das 62 Prozent. Bei den Nettogehältern über 4.000 Euro ist der Unterschied mit 20 Prozent im Vergleich zu 13 Prozent ebenfalls sehr groß.

Ingenieure verdienen fast doppelt so viel wie ungelernte Arbeitskräfte – übertroffen werden sie darin nur von Juristen und Medizinern.

Auch die Facharbeiter aus dem mathematisch-technischen Bereich haben ihren Einkommensvorsprung gegenüber Beschäftigten ohne Berufsausbildung binnen zehn Jahren um 12 Prozentpunkte ausgebaut und verdienen nun knapp 67 Prozent mehr als diese.

Grund für die Entwicklung ist demnach auch die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft. Fast 40 Prozent aller fehlenden akademischen Arbeitskräfte rund um Technik werden inzwischen für den IT-Bereich gesucht. IW-Direktor Michael Hüther brach eine Lanze für diese Berufe: „’Mint‘ ist wichtig für die Wirtschaft und attraktiv für den Einzelnen.“ Zudem sorge der Bereich für höhere Einkommen und bessere Karrierechancen. „Mint“-Experte Thomas Sattelberger sagte, ohne die jüngsten Zuwanderungserfolge wäre die Fachkräftelücke um fast die Hälfte höher. Bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt sollte die Sprachförderung verbessert werden.“

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