Raiffeisen Bank International meldet Gewinnsprung

Die RBI hat zum Jahresauftakt eine Verdoppelung des Gewinns bekanntgegeben. Besonders das Russland-Geschäft brummt.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat nach der Fusion mit ihrer Mutter Raiffeisen Zentralbank (RZB) ihren Gewinn fast verdoppelt. Unter dem Strich stieg der Gewinn im Auftaktquartal des laufenden Jahres auf 220 Millionen Euro nach 111 Millionen Euro, wie die österreichische Bank mitteilte. Auch im Tagesgeschäft lief es besser für die in Osteuropa aktive Bank. Der Zinsüberschuss stieg auf 796 Millionen Euro nach 761 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss legte auf 409 Millionen Euro nach 372 Millionen Euro zu. Für faule Kredite musste die RBI erneut weniger zurücklegen. Die Risikovorsorgen verringerten sich auf 80 Millionen Euro nach 105 Millionen Euro.

An ihren Zielen hält die RBI fest. Mittelfristig soll die harte Kernkapitalquote auf rund 13 Prozent steigen. Im ersten Quartal lag sie bei 12,6 Prozent. Die Cost-Income-Ratio soll mittelfristig bei 50 bis 55 Prozent liegen. Das von der RZB eingebrachte Geschäft ist seit Januar vollständig in der RBI enthalten.

Dabei sorgten speziell niedrigere Risikodotierungen in Russland und Albanien sowie Nettoauflösungen in der Ukraine für positive Effekte, schrieb die RBI in ihrem Quartalsbericht. Bei Banken fallen Kreditabschreibungen üblicherweise erst gegen Jahresende höher aus. Der Trend soll aber weitergehen: In Summe sollen die Kreditvorsorgen auch im Gesamtjahr unter der Vorjahressumme von 758 Millionen Euro zu liegen kommen.

Cash Cow blieb die Tochterbank in Russland: Hier gab es mit 118 Millionen Euro Nettogewinn fast doppelt so viel Gewinn wie im Jahr davor. Die Ukrainebank lieferte 50 (Vorjahresquartal: 24) Millionen Euro Gewinn ab. Aus Albanien gab es – nach einem Quartalsverlust im Jahr davor – wieder Gewinne. Von der Polen-Bank Polbank, die an die Börse gebracht wird, gab es bloß einen mageren Gewinn von 4 Millionen Euro. Dort läuft ein umfassendes Sparprogramm.

Der Bestand an notleidenden Kundenkrediten sank im RBI-Konzern seit Jahresbeginn um 101 Millionen auf 6,8 Milliarden Euro. Die größten Rückgänge gab es dabei in der Ukraine (minus 138 Millionen) und in Bulgarien. Zu Anstiegen kam es hingegen in Kroatien und in Polen. Den größten Rückgang bei den Nettodotierungen zu den Kreditrisikovorsorgen gab es in Russland, wo mit 4 Millionen Euro nur weniger als ein Zehntel der Summe vom Vorjahresquartal zurückgelegt werden musste. In der Ukraine wurden Kreditpakete verkauft. Hier konnten netto sogar 22 Millionen Euro an Wertberichtigungen aufgelöst werden. Höher waren die Kreditrisiken in Rumänien, größtenteils wegen einer freiwilligen „Konvertierungsrückstellung“ für Schweizer-Franken-Kredite.

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