Lkw-Zulieferer Jost nimmt neuen Anlauf an die Börse

Der hessische Lkw-Zulieferer Jost-Werke nimmt laut Finanzkreisen nach zwei Jahren einen neuen Anlauf zum Gang an die Börse. Schon in wenigen Wochen soll es soweit sein.

Der Finanzinvestor Cinven, dem das Unternehmen aus Neu-Isenburg bei Frankfurt seit 2008 gehört, wolle den Börsengang Anfang Juli oder im September offiziell starten, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. 2015 waren entsprechende Pläne im Sande verlaufen, weil die Kapitalmärkte für das Unternehmen nicht aufnahmebereit waren. Cinven hatte damals die Investmentbank JPMorgan sowie die Deutsche Bank und die Commerzbank mit den Vorbereitungen für den Börsengang von Jost beauftragt. Unklar ist, ob sie auch diesmal die Transaktion begleiten werden.

Kurz vor dem geplatzten Börsengang hatte Jost das Geschäft von Daimler mit Lkw-Achssystemen übernommen und damit seine Produktpalette ergänzt. Das 1952 gegründete Unternehmen ist vor allem für Stützwinden und Anhängerkupplungen für Lkw-Auflieger bekannt. Zu den Kunden zählen große Lkw-Hersteller wie Daimler, Volvo und MAN, aber auch Lkw-Anhänger-Produzenten wie Schmitz Cargobull und Krone.

Beim ersten Anlauf hatte Cinven ein Börsenwert von bis zu 800 Millionen Euro als Basis für den Börsengang vorgeschwebt. Aktuellere Daten waren zunächst nicht verfügbar. Cinven und Jost wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Dass ein Finanzinvestor ein Unternehmen neun Jahre behält, ist ungewöhnlich. Cinven hätte Jost-Werke in den Jahren nach der Finanzkrise beinahe an die Gläubiger verloren, weil der Investor dem Unternehmen zu viele Schulden aufgeladen hatte. Letztlich blieb Cinven aber mit 64 (vorher 77) Prozent beteiligt.

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