Schweizer Exporte treten auf der Stelle

Die Exporte der Schweizer Wirtschaft stagnierten im April. Unterdessen rechnet die Nationalbank noch längere Zeit mit tiefen Zinsen.

Die Schweizer Exportlokomotive lahmt: Die Exporte gingen um 0,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Franken zurück, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilte. Saisonbereinigt gingen die Ausfuhren gar um 1,5 Prozent zurück.

Die Ausfuhren der Chemie- und Pharmaindustrie verharrten im April auf der Stelle. Es gab aber auch Branchen, die mehr exportierten. So zogen die Metallexporte um 8,8 Prozent an. Textilien, Bekleidung und Schuhe entwickelten sich mit einem Plus von 18,3 Prozent besonders dynamisch. Erneut weniger verkaufte die Maschinen- und Elektronikindustrie ins Ausland. Auch die Uhrenindustrie verbuchte einen weiteren Rückgang von 1,9 Prozent.

Die Importe dagegen legten im April um 2,3 Prozent auf 15,3 Milliarden Franken zu. Vor allem die Energieeinfuhren schossen wegen den anziehenden Preisen um einen Viertel hoch. Mit dem Exportminus und dem Importplus sank das Außenhandelssaldo mit 1,9 Milliarden Franken auf den tiefsten Stand der letzten zwei Jahre.

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, sieht die Schweizer Wirtschaft insgesamt auf einem moderaten Wachstumskurs. Diese Tendenz dürfte sich im Verlauf des Jahres konsolidieren, sagte er. Die derzeitigen Negativzinsen seien weiterhin notwendig, um die Attraktivität von Investitionen in den Schweizer Franken zu vermindern, so Jordan. Denn ein zu starker Franken würde den Aufschwung bremsen.

Bei einer Normalisierung der europäischen Geldpolitik könne auch die SNB wieder aufatmen. „Wenn sich die Situation in Europa bessert, die Inflation in Richtung zwei Prozent geht und das Wachstum stärker wird, gehen wir davon aus, dass sich die europäische Geldpolitik normalisieren wird“, erklärte Jordan. „Der Druck auf den Franken würde sich reduzieren, das würde uns mehr Spielraum in der Zukunft geben.“ Aber auch bei einer Normalisierung der Geldpolitik sei es denkbar, dass die Zinsen tiefer blieben als noch vor 25 Jahren. „Das bedeutet für Versicherungen und Pensionskassen, dass die Situation schwierig bleiben wird“, sagte Jordan.

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