Österreichischer Versicherer VIG legt kräftig zu

Die Vienna Insurance Group hat für das erste Quartal solide Geschäftszahlen vorgelegt. Insbesondere in Osteuropa liefen die Geschäfte gut.

Prämienzuwächse in den Nachbarländern Österreichs haben die Vienna Insurance Group (VIG) in den ersten drei Monaten des Jahres kräftig angeschoben. Der Gewinn vor Steuern lag mit 110 Millionen Euro 22 Prozent über dem Vorjahresniveau und damit auch über den Erwartungen der von Reuters befragten Analysten. Größter Gewinnbringer war Tschechien, noch vor dem Heimatland Österreich, wo die Wiener Städtische gut ein Drittel zum Konzerngewinn beisteuerte, wie die VIG in Wien mitteilte. „Die guten Konjunkturaussichten sowohl in Österreich als auch in unseren Märkten in Zentral- und Osteuropa stimmen uns sehr zuversichtlich, 2017 auf Erfolgskurs zu bleiben“, sagte Vorstandschefin Elisabeth Stadler.

Das Österreich-Geschäft bremste im ersten Quartal allerdings das konzernweite Prämienwachstum auf 0,5 Prozent. Mit 2,72 Milliarden Euro lagen die Einnahmen aber im Rahmen der Analystenerwartungen. Die VIG habe vor allem das Geschäft mit Einmalbeiträgen in der Lebensversicherung gedrosselt, erklärte Stadler das Minus von vier Prozent auf dem Heimatmarkt. Das Geschäft gegen laufenden Beitrag wuchs dagegen im Konzern um 4,2 Prozent. Ungarn (plus 46 Prozent), Slowakei (plus zehn) und Tschechien (plus fünf) legten kräftig zu.

Im Kfz-Geschäft stemmt sich die VIG gegen den Preiskampf, in Polen, Rumänien und Bulgarien auch gegen Versicherungsbetrug. „In der Kfz-Versicherung, wo wir in einigen Ländern mit einem massiven Preiswettbewerb konfrontiert sind, stellen wir Profitabilität vor Wachstum und haben unsere Annahmepolitik dahingehend verschärft“, sagte Stadler. Die Beitragseinnahmen in der Kasko-Sparte legten um 10,7 Prozent zu, in der Haftpflicht schrumpften sie leicht.

Die Ergebnisse kamen bei Aktionären gut an. Bei den Einzelwerten an der Börse in Wien stiegen die Aktien der Vienna Insurance Group nach der Zahlenvorlage um 3,59 Prozent auf 23,10 Euro. Die Geschäftszahlen seien weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, kommentierte ein Analyst der Baader Bank. Die neue Prognose für den Vorsteuergewinn deute aber darauf hin, dass die Aktie im Vergleich zum gesamten Versicherungssektor günstig bewertet sei.

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