EU stopft Schlupfloch bei Unternehmenssteuern

Die Europäische Union versucht, weitere Schlupflöcher in der Unternehmenssteuer ab 2020 zu stopfen. Dann soll es unmöglich werden, dass Konzerne andere Steuerregeln außerhalb der EU bei grenzüberschreitenden Geschäften ausnutzen.

Den Beschluss fassten die EU-Länder am Montag im Ministerrat in Brüssel, berichtet die dpa.

Es geht um die Verschiebung von Gewinnen oder Verlusten über Ländergrenzen hinweg, je nachdem, wo gerade die günstigsten Steuerregeln gelten. Fachleute sprechen von „hybriden Gestaltungen“. Innerhalb der EU soll dies die Richtlinie gegen Steuervermeidung von 2016 unterbinden. Nun geht es darum, solche Steuersparmodelle auch bei Geschäften in Staaten außerhalb der EU zu kippen.

Die EU-Länder werden verpflichtet, Abschreibungen nicht anzuerkennen beziehungsweise von Steuerzahlern zu verlangen, Gewinne mit dem Einkommen zu versteuern. Die Mitgliedsländer sollen dies bis Ende 2019 in nationales Recht umsetzen.

Die EU-Kommission hatte die Regelung im Oktober vorgeschlagen und begrüßte den Beschluss der Mitgliedsländer jetzt. Einen Grundsatzbeschluss hatten die EU-Finanzminister schon im Februar gefasst. Steuertricks von Unternehmen kosten die öffentlichen Kassen in der EU Schätzungen zufolge 50 bis 70 Milliarden Euro im Jahr.

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