Pfizer wird Technologievorreiter der pharmazeutischen Industrie

Pfizer optimiert die eigene Produktionskette mit einem neuen Fertigungswerk. Doch der Konzern will weiter investieren.

Das Prinzip der Kontinuierlichen Fertigung, Continuous Manufacturing Technology (CMT), ermöglicht es, einzelne Herstellungsschritte – von der Anlieferung der Rohstoffe bis zur Auslieferung des fertigen Produktes – ohne Unterbrechungen aneinanderzureihen. Das spart Zeit, reduziert mögliche Fehlerquellen und verbessert somit die Qualität. Mit der Kontinuierlichen Fertigung und dem nun begonnenen Bau der PCMM-Fertigungsanlage investiert Pfizer rund 50 Millionen Euro am Standort Freiburg. „In enger Kooperation mit Hochschulen und Industrieunternehmen aus der Region haben wir die weltweit erste Anlage nach dem Konzept der Kontinuierlichen Fertigung in der Pharmaindustrie entwickelt und aufgebaut. Damit sind Pfizer Deutschland und das Werk Freiburg Technologieführer in der Herstellung von Medikamenten in intelligenter Produktionsumgebung nach Industrie 4.0-Maßstäben“, sagte Peter Albiez, Vorsitzender der Geschäftsführung Pfizer Deutschland.

Deutschland ein guter Platz für Innovationen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe fand anlässlich der Feierlichkeiten lobende Worte: „Dass Deutschland eines der besten Gesundheitswesen weltweit hat, liegt auch an starken Unternehmen, zum Beispiel in der Arzneimittelforschung und -herstellung. Gleichzeitig sind an die Hersteller hohe Erwartungen geknüpft. Viele Menschen hoffen auf Durchbrüche im Kampf gegen Krebs oder Alzheimer. Mit seiner neuen Fertigungsanlage in Freiburg und der Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen aus der Region, setzt Pfizer ein starkes Zeichen für den Pharmastandort Deutschland.“

Freiburgs Oberbürgermeister sieht Bekenntnis zum Standort

Freiburgs Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon würdigte das klare Bekenntnis zum Standort: „Pfizer und das Vorgängerunternehmen Gödecke sind seit über 50 Jahren in Freiburg zu Hause. Ich bin zuversichtlich, dass sich diese Erfolgsgeschichte noch sehr lange fortsetzt. Der nun begonnene Bau einer weiteren hochmodernen Fertigungsanlage zeigt den Willen des Unternehmens, sich nachhaltig in Freiburg und der Region zu engagieren.“

Mit rund 1.000 Beschäftigten ist Pfizer als Vertreter der industriellen Gesundheitswirtschaft der größte privatwirtschaftliche Arbeitgeber in der Region.

Neubau ein großer Schritt zur „grünen Fabrik“

„Im Hinblick auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehört unser Werk in Freiburg bereits seit langem zu den Vorreitern in der pharmazeutischen Industrie. Diese Rolle können wir mit dem Start der Kontinuierlichen Fertigung am Standort noch einmal kräftig unterstreichen“, sagt Standortleiter Dr. Axel Glatz. Pfizer setzt am Produktionsstandort Freiburg seit Jahren konsequent ein nachhaltiges Energiekonzept um. Schon heute können hier mehr als 90 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden.

Mit dem heute eingeweihten Neubau macht Pfizer einen weiteren konsequenten Schritt in Richtung der „grünen Fabrik“: So plant das Unternehmen zum Beispiel, mit Hilfe der Continuous Manufacturing Technology (CMT) die Zahl der zur Anlieferung von Material und Rohstoffen benötigten LKW-Transporte um die Hälfte zu verringern.

PCMM macht Arzneimittelproduktion flexibler

Nun erfolgte am Produktionsstandort Freiburg der Spatenstich für den Bau einer neuen Fertigungsanlage, die nach dem PCMM-Verfahren arbeitet (PCMM: Portable, Continuous, Miniature and Modular). „Mit unserer PCMM-Anlage können wir die Entwicklung hochpotenter Arzneimittel beschleunigen und neue Medikamente somit schneller für Patienten verfügbar machen“, erklärt Dr. Kirsten Lund-Jurgensen, Executive Vice President and President Pfizer Global Supply.

Pfizer versorgt aus dem Breisgau mehr als 150 Länder mit Medikamenten. Durch die Erweiterung der Fertigung kann das jährliche Produktionsvolumen von bisher 6,5 Milliarden Tabletten und Kapseln in 200 Millionen Arzneimittelpackungen auf rund 10 Milliarden feste Arzneimittelformen pro Jahr gesteigert werden.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.