Neuer Evonik-Chef will Konzern profitabler machen

Der neue Evonik-Chef Christian Kullmann will den Konzern mit einer klaren Ausrichtung auf Spezialchemie und Innovationen profitabler machen.

Er wolle das Essener Unternehmen auf seine Stärken konzentrieren und die Abhängigkeit vom Geschäft mit Zusatzstoffen für die Tiernahrung weiter mindern, kündigte Kullmann am Donnerstag vor Analysten und Investoren in London an. Zudem müsse Evonik bei den Kosten besser werden. „Zukünftig wird unser Portfolio einen höheren Anteil an Wachstumsgeschäften haben“, versprach er. Evonik werde seine Strategie regelmäßig überprüfen und ein „aktives Portfoliomanagement“ betreiben – also auch auf Zu- und Verkäufe setzen. Aktuell stehe aber kein Unternehmensteil zur Disposition.

„Ich bin der Neue“, stellte sich Kullmann seinem Londoner Publikum vor. Er hatte am 23. Mai das Ruder bei den Essenern übernommen. Erste Priorität sei es, seine Strategie voranzutreiben. So wolle er die bereinigte Ebitda-Marge nachhaltig auf ein Niveau von 18 bis 20 Prozent bringen. Im vergangenen Jahr lag sie bei 17 Prozent. Mit der Ankündigung warf Kullmann auch ein Ziel aus der Vergangenheit über Bord: 2013 hatte der Konzern erklärt, der Umsatz solle 2018 auf rund 18 Milliarden Euro klettern, das bereinigte Ebitda auf drei Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Im vergangenen Jahr lagen die Umsätze bei 12,7 Milliarden Euro und das bereinigte Ebitda bei 2,1 Milliarden Euro.

Evonik hatte sich jüngst aber auf eine milliardenschwere Einkaufstour begeben – Kullmann arbeitete als Strategievorstand daran mit. Auch in Zukunft werde der Konzern sich nach Übernahmezielen umsehen, sagte er. Größe sei bei Zukäufen nicht das entscheidende Kriterium, stellte Kullmann klar. Vielmehr müssten sie in seine Strategie passen – und auch finanziell machbar sein. Kullmann ist mit dem erklärten Ziel angetreten, Evonik zum „besten Spezialchemie-Konzern der Welt zu formen“.

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  1. YC'TSABATST sagt:

    Vergleichbares BlaBla hatten Aktionäre und Mitarbeiter schon vor knapp 20 Jahren von einem neuen VV mit viel Schmiss gehört. Damals hieß das Unternehmen noch Degussa. Zur Belohnung dafür, dass der dann 2 Mrd für unprofitable Akquisitionen verbrannte, durfte er dann als AV bei der Deutschen Bahn „sein Dasein weiter fristen“. Warum sollte man also dem Neuen etwas von seinen schönen Worten glauben? Was jemand will und was er kann, sind zwei verschiedene Dinge