Schweizer Wirtschaft exportiert deutlich mehr

Die Schweizer Unternehmen haben ein sehr gutes erstes Quartal erlebt. Allerdings schwächelt die Binnennachfrage.

Die Schweizer Warenexporte sind in den ersten drei Monaten des Jahres gegenüber dem Vorquartal deutlich um 3,9 Prozent gestiegen. Die größten Impulse kamen von den Bereichen Chemie und Pharma, sowie durch den Export von Präzisionsinstrumenten, Uhren und Schmuck, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft berichtete. Analysten sehen darin Licht am Ende des Tunnels durch den Frankenschock.

„Bremsspuren der Franken-Aufwertung sind kaum noch erkennbar“, meinten die Experten der VP Bank in Liechtenstein. „Das Wachstum in der Eurozone führt zu stärkerer Nachfrage in der Schweiz, und das kompensiert den starken Franken“, sagte Ökonom Maxime Botteron von der Crédit Suisse in Zürich. „Die durchschnittliche Unternehmung hat den Frankenschock gut weggesteckt“, sagte Ökonomin Conny Luchsinger von der Zürcher Kantonalbank. „Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Nationalbank mit ihrer Interventionspolitik an den Devisenmärkten einen guten Teil zur Stabilisierung beigetragen hat.“

Die Nationalbank hatte den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken im Januar 2015 überraschend aufgegeben. Der Euro stürzte teils auf unter einen Franken und liegt heute bei etwa 1,08 Franken. Weil die Exporte über Nacht erheblich teurer wurden, entging die Schweiz 2015 nur knapp einer Rezession. 2016 stieg das BIP real um 1,3 Prozent. Für 2017 rechnen das Staatssekretariat mit 1,6 Prozent. Im 1. Quartal 2017 waren die Schweizer allerdings nach dem Weihnachtsquartal deutlich sparsamer. Die Binnennachfrage schwächelte und so blieb das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts mit 0,3 Prozent hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres lag der Zuwachs bei 1,1 Prozent.

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