Großaktionär Kinnevik versilbert letzte Rocket-Internet-Anteile

Der schwedische Großaktionär Kinnevik ist bei Rocket Internet ausgestiegen.

Der Investor nahm mit dem Verkauf seiner verbliebenen 6,6-prozentigen Beteiligung 217 Millionen Euro ein, wie Kinnevik am Donnerstag mitteilte. Das Engagement bei der Berliner Start-up-Holding hat sich für den Risikokapitalgeber gelohnt, seinen Einsatz hat er versechsfacht: Durch Aktienverkäufe und Dividenden kassierte er 936 Millionen Euro, investiert hatte er insgesamt 155 Millionen Euro. Kinnevik war 2009 als einer der ersten Investoren bei Rocket Internet eingestiegen. so Reuters.

Die letzten 10,9 Millionen Rocket-Aktien verkaufte Kinnevik zu je 20 Euro – ein Abschlag von 4,7 Prozent auf den Schlusskurs vom Mittwoch. Beide haben gemeinsam auch direkt in zahlreiche Unternehmen investiert: die Möbelhändler Home24 und Westwing etwa, oder die Global Fashion Group (GFG), in der Rocket seine Beteiligungen an Internet-Modehändlern gebündelt hat. Der Ausstieg bei Rocket Internet habe dafür keine Konsequenzen. „Wir werden weiter eng mit Rocket Internet zusammenarbeiten“ sagte Andersson.

Zwischen den beiden Unternehmen hat es Insidern wiederholt gekriselt. Bereits 2016 hatten die Schweden beide Vertreter aus dem Aufsichtsrat von Rocket zurückgezogen. Zwist hatte es laut Insidern bei dem Ende 2015 abgeblasenen Börsengang des Lebensmittel-Lieferanten HelloFresh gegeben. Rocket-Chef Oliver Samwer habe auf die Emission gedrängt, Kinnevik habe ihn blockiert. Samwer wartet noch darauf, den Aktionären einen erfolgreichen Börsengang einer seiner Beteiligungen zeigen zu können. Der Lieferdienst Delivery Hero („Lieferheld“, „Foodora“, „Pizza.de“) machte vor wenigen Tagen seine Börsenpläne öffentlich und könnte noch vor der Sommerpause sein Debüt auf dem Frankfurter Parkett feiern. Bei einem erfolgreichen Börsengang von Delivery Hero könnte Hellofresh Finanzkreisen zufolge im Herbst einen zweiten Anlauf wagen.

Ein Ärgernis für Rocket war stets, dass Kinnevik die Werte gemeinsamer Beteiligungen in den eigenen Büchern schneller und radikaler nach unten korrigierte als die Berliner selbst. Auch den Wert ihrer Beteiligung an Rocket hatten die Schweden wegen der schwachen Entwicklung des Aktienkurses reduziert: Beim Börsengang im Oktober 2014 kosteten die Rocket-Papiere noch 42,50 Euro.

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