Air Berlin verspricht trotz Dauerkrise bald Gewinne

Die deutsche Fluglinie braucht weiterhin Unterstützung. Dennoch seien schwarze Zahlen bereits im nächsten Jahr möglich.

Die arabische Fluggesellschaft Etihad hält 29 Prozent der Aktien von Air Berlin. (Foto: dpa)

Die arabische Fluggesellschaft Etihad hält 29 Prozent der Aktien von Air Berlin. (Foto: dpa)

Die schwer angeschlagene Air Berlin will nächstes Jahr in den schwarzen Zahlen landen. 2017 sei ein Jahr des Übergangs, doch für 2018 peile das Unternehmen auf operativer Ebene (Ebit) schwarze Zahlen an, sagte Finanzchef Dimitri Courtelis am Mittwoch auf der Hauptversammlung in London. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft steckt nach strategischen Fehlern in einer existenziellen Krise. In den vergangenen neun Jahren flog Air Berlin nur einmal einen Konzernüberschuss ein. Allein vergangenes Jahr standen unter dem Strich knapp 800 Millionen Euro Verlust.

Wegen der schwierigen Lage lotet der Lufthansa-Rivale seit vergangener Woche die Möglichkeit aus, von zwei Bundesländern Bürgschaften zu erhalten. „Eine Landesbürgschaft von Nordrhein-Westfalen und Berlin wäre als Unterstützung für den Umbau willkommen“, sagteAir-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. Er könne nichts zur erhofften Höhe der Bürgschaft sagen, da die Sache vertraulich sei, sagte der frühere Lufthansa-Manager der Nachrichtenagentur Reuters. Air Berlin sei aber nicht auf das Geld der Steuerzahler aus und wolle auch nicht verstaatlicht werden. Bei der Suche nach einem Partner halte man sich alle Optionen offen. Die Fluglinie sei Marktführer im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen und der Bundeshauptstadt Berlin. „Die starke Position macht uns interessant für ein paar Branchenvertreter in Europa.“

Öffentlich an einem Kauf interessiert ist die größte deutsche Fluglinie Lufthansa. Bedingung sei aber, dass die Berliner vorher ihre Schulden von 1,2 Milliarden Euro komplett abbauten, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Anfang Mai gesagt. Die beiden Firmen sind bereits im Geschäft: Die Kranich-Linie mietet vom Rivalen 38 Flugzeuge einschließlich deren Crews. Die Flotte der restlichen Air Berlin zählt 75 Flugzeuge.

Damit die Hauptstadt-Airline über die Runden kommt, muss Großaktionär Etihad seit dem Einstieg 2011 immer wieder tief in die Taschen greifen. Die staatliche Fluglinie des Öl-Emirats Abu Dhabi sicherte den Berlinern zwar weitere Unterstützung bis Herbst 2018 zu, sucht aber gleichzeitig nach Wegen, das glücklose Engagement in Deutschland zu beenden. Die Hauptversammlung von Air Berlin fand in London statt, da die Fluglinie juristisch als britisches Unternehmen firmiert.

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