Frankreich eröffnet Verfahren gegen LafargeHolcim

Frankreich eröffnet ein Verfahren gegen den Schweizer Zementkonzern. Es geht um Zahlungen an die Terrormiliz IS

Die Affäre um Schutzgeldzahlungen im syrischen Bürgerkrieg hat für den Schweizer Zementriesen LafargeHolcim ein juristisches Nachspiel. Frankreich hat im Zusammenhang mit den Geschäften des Weltmarktführers in Syrien eine Rechtsuntersuchung eröffnet, wie Reuters aus Juristenkreisen erfuhr. Ein mit Anti-Terror-Themen betrauter Richter und zwei auf Finanzfragen spezialisierte Richter arbeiteten an dem Fall, erklärte ein Insider weiter. Im Mittelpunkt stehe der Vorwurf der „Finanzierung von terroristischen Vorhaben“ und die Gefährdung von Leben. Eine Sprecherin von LafargeHolcim wollte sich vorerst nicht dazu äußern.

Im April hatte Konzernchef Eric Olsen seinen Rücktritt angekündigt. Zuvor hatte eine interne Untersuchung ergeben, dass die Maßnahmen zur Weiterführung des Betriebs in einem nordsyrischen Werk 2013 und 2014 nicht akzeptabel gewesen seien. Menschenrechtsorganisationen hatten dem Unternehmen vorgeworfen, die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bezahlt zu haben, um weiterarbeiten zu können.

Der bisherige Chef des schweizerischen Bau- und Spezialchemiekonzerns Sika, Jan Jenisch, soll den Posten zum 16. Oktober übernehmen, wie LafargeHolcim mitteilte. Bei Sika rückt der bisherige Europa-Chef Paul Schuler an die Konzernspitze auf. Der 50-jährige Jenisch schließt die Lücke, die Olsen Mitte Juli bei LafargeHolcim hinterlässt. Bei Sika hatte Jenisch Anfang 2012 die Konzernführung übernommen und den Angaben zufolge Umsatz und Gewinn nach oben getrieben. Sikas Börsenwert habe sich seither mehr als verdreifacht, hieß es.

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