Neuer Nestle-Chef stellt US-Süßwarengeschäft zur Disposition

Der neue Chef des Lebensmittelunternehmens Nestle prüft einen Verkauf der Süßwarenabteilung in den USA.

Der neue Nestle-Chef Ulf Mark Schneider kommt mit der Neuausrichtung des weltgrößten Lebensmittelproduzenten voran. Der für Marken wie Maggi, KitKat, Nescafe und Nespresso bekannte Konzern stellt sein Süßigkeiten-Geschäft in den USA auf den Prüfstand. „Nestle wird strategische Optionen für ihr Süßwarengeschäft in den Vereinigten Staaten prüfen – einschließlich einer möglichen Veräußerung“, teilte das Unternehmen aus Vevey am Genfersee mit. Nicht zur Disposition stehen demnach in den USA die Backprodukte der Marke Toll House. In anderen Märkten wollen die Schweizer am Geschäft mit Süßigkeiten festhalten und dieses ausbauen.

Nestle hat sich in eine Sackgasse manövriert. Konsumenten in aller Welt setzen zunehmend auf frische Nahrungsmittel, während Fertigprodukte zu Ladenhütern werden. Mit einem organischen Wachstum von 2,3 Prozent im ersten Quartal startete der Konzern so langsam ins Jahr wie seit über einem Jahrzehnt nicht. Der seit Anfang 2017 an der Spitze stehende Schneider peilt bis 2020 eine Beschleunigung auf eine mittlere einstellige Rate an. Um das zu erreichen, setzt der frühere Fresenius-Lenker neben dem Ausbau des Kerngeschäfts auf das vielversprechende Gesundheitsgeschäft. Denn Hautpflegeprodukte oder Spezialnahrung für alte und kranke Menschen versprechen deutlich höhere Wachstumsraten als beispielsweise der vielerorts gesättigte Markt für Süßigkeiten.

Im vergangenen Jahr trugen Süßwaren wie die Schokoriegel KitKat und Crunch und die Schokolade Cailler rund ein Zehntel zum Konzernumsatz von knapp 90 Milliarden Franken (83 Milliarden Euro) bei. Die USA sind der größte Markt des Konzerns, und Süßigkeiten machen etwa drei Prozent des Umsatzes dort aus. Umsatzprimus in der Süßwarenbranche ist nach Angaben der Internationalen Kakaoorganisation der US-Konzern Mars, gefolgt von Mondelez auf Platz zwei. Nestle liegt an dritter Stelle.

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