Neue EU-Pläne für „Elektro-Tankstellen“ in größeren Gebäuden

Laut Plänen des EU-Energiekommissars sollen die EU-Mitgliedsstaaten mehr Energie sparen und die Elektro-Mobilität voranbringen.

Die EU-Kommission macht ernst: Energiewende auf der supranationalen Ebene. Nachdem die Staats- und Regierungschefs der EU unlängst bekundeten, am Pariser Klimaschutzabkommen (auch ohne die USA) festzuhalten, haben sie sich zusammengesetzt und auf konkrete Klimaziele geeinigt.

Nach Abschluss der internen Diskussion ist ein Plan herausgekommen, der vorsieht, den Energieverbrauch in der EU bis 2030 um 30 Prozent zu senken, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) am Dienstag berichtet.

Darüber hinaus sollen Mitgliedsstaaten die E-Mobilität voranbringen. Demnach müssen künftig an jedem größeren Gebäude E-Ladestationen vorhanden sein.

Konkret soll es so aussehen, dass bei neuen Bürogebäuden und anderen, sogenannten „Nicht-Wohn-Gebäuden“ eine feste E-Ladesäule installiert werden muss. Dies sieht eine EU-Richtlinie vor, wonach diese Vorgabe alle neuen oder sanierten Häuser mit mindestens zehn Parkplätzen betrifft. Auch jeder dritte Parkplatz muss in Zukunft mit einer „E-Tankstelle“ versehen sein.

Zwar können die Mitgliedsstaaten für kleinere Firmen Ausnahmen zulassen, doch was Wohngebäude betrifft, müssen für die entsprechenden, dazugehörigen Parkplätze ebenfalls die Voraussetzungen für Ladesäulen entwickeln.

Die Kosten für diese neue Infrastruktur mit der E-Ladetechnik dürften nach Ansicht des EU-Energiekommissariats kalkulierbar sein. „Mit je 2500 Euro beliefen sie sich nur auf 1 bis 2 Prozent der gesamten Renovierungskosten“, so die F.A.Z.

So ambitioniert die Pläne auch klingen – unklar ist jedenfalls, wie denn ein Abrechnungssystem bei den öffentlich zugänglichen Ladestationen funktionieren soll? So zum Beispiel Stromzähler und konkrete Zuordnungen zu den einzelnen Nutzern. Immerhin geht es hier um privates Mietrecht.

Offenbar ist das Ansinnen der EU-Kommission noch nicht ganz spruchreif. Denn das EU-Parlament hat schon Bedenken angemeldet. Und erst wenn sich sowohl der Ministerrat als auch das Parlament geeinigt haben, kann die neue Richtlinie in Kraft treten.

Was das EU-Ziel der Senkung des Energieverbrauchs bis 2030 betrifft, so ist das Ansinnen des Energiekommissars, anders als von ihm vorgeschlagen, nicht verpflichtend. Die Osteuropäer, aber auch Großbritannien waren dagegen. Zuspruch gab es aus Frankreich, Irland, Luxemburg, Dänemark, Schweden und Deutschland

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