Prognose erhöht: Deutsche Maschinenbauer drehen auf

Ein Grund ist das Auslandsgeschäft. Hier legt der Maschinenbau um 23 Prozent zu. Die Inlandsbestellungen wachsen um fünf Prozent.

Die deutschen Maschinenbauer haben nach kräftigen Zuwächsen bei den Bestellungen ihre Produktionsprognose angehoben. 2017 peile die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche ein Wachstum der Produktion um drei Prozent an, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag mit. Bislang hatten die Hersteller ein Plus von einem Prozent in Aussicht gestellt. „Die Stimmung in den Unternehmen ist ausgesprochen gut. Alles steht bereit für einen neuen Aufschwung“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Auch die Chemiebranche, die Baubranche und mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Prognosen erhöht.

Im Maschinenbau zogen die Bestellungen dem Verband zufolge im Mai um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat an. Das wichtige Auslandsgeschäft – rund drei Viertel der Anlagen werden exportiert – legte um 23 Prozent zu, die Inlandsbestellungen um fünf Prozent. Die Branche, zu der neben zahlreichen Mittelständlern börsennotierte Konzerne wie Thyssenkrupp oder Gea gehören, schraubte von Januar bis Ende April ihre Produktion um 2,3 Prozent nach oben. Im vergangenen Jahr war das Volumen bei rund 200 Milliarden Euro stagniert.

Asiengeschäft entwickelt sich besser als erwartet

Als Grund für den Optimismus verwies VDMA-Experte Wiechers darauf, dass die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern stärker als erwartet angezogen hätten. Auch das Inlandsgeschäft entwickle sich positiv. „Die Kunden im Verarbeitenden Gewerbe sind weiter optimistisch gestimmt, die Kapazitäten sind gut ausgelastet, und es gibt Nachholbedarfe beim Investieren und Modernisieren.“ Auch in Asien lief es besser als erwartet. In den ersten vier Monaten legten die Maschinenbau-Exporte nach China um 15 Prozent zu.

Die Anlagenbauer warnten zugleich vor Risiken in wichtigen Märkten wie etwa in den USA durch die „America-First“-Politik des Präsidenten Donald Trump oder den geplanten EU-Austritt Großbritanniens. „Das Umfeld, in dem wir uns bewegen, ist nach wie vor fragil“, betonte der VDMA. Die USA sind für die Hersteller von Maschinen „Made in Germany“ der wichtigste Auslandsmarkt. Danach folgen China, Frankreich und Großbritannien.

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