Mittelstand: Familienunternehmen wachsen

Die 1000 umsatzstärksten Unternehmerfamilien stellen rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze weltweit.

Die Top-Familienunternehmen in Deutschland konnten 2016 ihren Umsatz um 4,3 Prozent steigern. Nach einem Ranking des Mediums „Die Deutsche Wirtschaft“ hat es jedoch nicht nur erhebliche Platzveränderungen in der Rangfolge gegeben.

Der durchschnittliche F&E-Anteil (Forschung- und Entwicklungsanteil) liegt bei 5,5 Prozent. 61 Prozent der Inhaber sind auch als Geschäftsführer oder Vorstand aktiv – Nordrhein-Westfalen als Bundesland und Hamburg als Stadt haben die meisten Top-Familienunternehmen.

Erfasst sind in dem Ranking Unternehmen, die mehrheitlich im Besitz deutscher Unternehmerfamilien sind. Die 1.000 umsatzstärksten von ihnen erwirtschaften danach einen Jahresumsatz von zusammen 1,73 Billionen Euro und stellen rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze weltweit.

Maschinenbau liegt vorne

65 Prozent der Top-1000-Familienunternehmen sind der Industrie zuzurechnen, 18 Prozent dem Handel und 17 Prozent sind Dienstleister. Nach Branchen liegen Maschinenbauer mit 59 Unternehmen knapp vor den Automobilzulieferern (58), gefolgt vom Autohandel (49), Elektrotechnik (35) und Logistik und Speditionen (31).

Eines der markantesten Kennzeichen der deutschen Familienunternehmen ist ihre Verbindung aus Tradition und Innovation: Das durchschnittliche Gründungsjahr der Top-1000 liegt bei 1921 – also eine durchschnittlich 96jährige Unternehmensgeschichte.

Top-Familienunternehmen: In 577 Städten zuhause

Deutschland ist das Land der Familienunternehmen. Sie finden sich in 577 Städten von Aachen bis Zirndorf. Die Stadt mit den meisten großen Familienunternehmen ist mit großem Abstand Hamburg: hier sitzen 57 Top-Familienunternehmen. Es folgen München mit 28 Unternehmen, Düsseldorf mit 22, Stuttgart mit 16 und Berlin mit 15 Unternehmen aus dem Top-Ranking.

In der Verteilung der großen Familienunternehmen auf Bundesländerebene liegt das größte Bundesland NRW mit 270 Unternehmen an der Spitze, vor Baden-Württemberg mit 200 und Bayern mit 196 Unternehmen. Deutlich anders sieht es aus, wenn man diese Zahlen in das Verhältnis zur Einwohnerzahl nimmt. Da stehen die Stadtstaaten Hamburg und Bremen vorne.

Sonderabfrage: 65 Prozent betreiben Hochschulkooperationen

In einer Sonderauswertung wurden in diesem Jahr zudem Angaben zu Forschungsaktivitäten, Hochschulkooperationen und dem Angebot dualer Studiengänge gemacht. Letztere bieten 65 Prozent der Unternehmen an – ein klares Indiz dafür, dass die Unternehmen gezielte Maßnahmen zur Bindung junger Nachwuchskräfte einrichten und sich damit auch den Zugang zu universitären Forschungsimpulsen sichern. Dies zeigt auch das Ergebnis, dass 61 Prozent der Top-1000-Familienunternehmen Hochschulkooperationen unterschiedlicher Art betreiben.

Das faszinierende Phänomen der deutschen Familienunternehmen, oftmals jahrhundertealte Tradition mit der Offenheit für Innovation und Agilität zu einer Erfolgsgeschichte verbinden, kommt dabei nicht von ungefähr: Im Schnitt investieren sie 5,5 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung, so die aktuelle Abfrage.

44 Prozent von ihnen – auch das ergibt die aktuelle Abfrage – betreiben zudem Forschungskooperationen und setzen damit nicht nur auf Innovation, sondern öffnen sich damit auch dem immer wichtiger werdenden kooperativen Geschäftsansatz.

Chef im Hause

Ebenfalls ermittelt wurde von der Rankingredaktion erstmals der Anteil jener Inhaberunternehmer, die selbst aktiv als Geschäftsführer oder Vorstand im eigenen Unternehmen tätig sind: Er liegt bei 61 Prozent.

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