Schweiz: Strengere Kapitalregeln für mittelgroße Banken

Neue Kapitalregeln sollen den Fall einer Sanierung für mittelgroße Banken in der Schweiz erleichtern.

Die Schweiz will einigen mittelgroßen Banken strengere Kapitalregeln für den Fall ihrer Sanierung oder geordneten Abwicklung verpassen. Betroffen sind die Raiffeisen-Gruppe, Postfinance und Zürcher Kantonalbank, wie aus einem Bericht der Regierung hervorgeht. Sie zählen nach UBS und Credit Suisse zu den größten Geldhäusern der Schweiz. Vergangene Krisen hätten gezeigt, dass es auch bei inlandorientierten systemrelevanten Banken hohe Verluste geben könne, begründeten die Politiker ihre Forderung nach einer besseren Kapitalausstattung. Ob es dazu kommt, ist offen: Der Bericht stellt lediglich den Beginn der politischen Diskussion dar, in die sich auch die Institute einbringen können.

Konkret müsste Raiffeisen nach dem Vorschlag der Regierung 5,3 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva als Kapital für eine Abwicklung vorhalten, bei Postfinance und ZKB sind es jeweils 5,2 Prozent. Darüber hinaus ist auch eine Begrenzung der Verschuldungsquote vorgesehen, die das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzsumme beschreibt und damit keinen Bezug auf die Risiken nimmt. Die Latte für Raiffeisen liegt hier bei 1,9 Prozent, jene für Postfinance und ZKB bei 1,8 Prozent. Für die Großbanken UBS und Credit Suisse gelten deutlich strengere Regeln.

Eine Raiffeisen-Sprecherin erklärte, die Bankengruppe könne sich mit den Empfehlungen der Regierung arrangieren und wolle nicht dagegen vorgehen. Ein Postfinance-Sprecher sagte, die Bank habe den Bericht zur Kenntnis genommen, wolle ihn aber nicht weiter kommentieren.

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