„Impact Investing“ als alternative Anlage

Beim „Impact Investing“ fließen Gelder ausschließlich in Unternehmen, die den Zweck haben, soziale, gesellschaftliche oder Umweltprobleme zu lösen.

Eine Ananasfabrik in Costa Rica: Um Arbeitsplätze in einer ärmlichen Region zu schaffen und die Qualität zu steigern, will das Familienunternehmen Dilifrost eine eigene Plantage kaufen. Ein Fall für Investoren, die neben Rendite auch Gutes tun wollen. Anderes Beispiel: In Ägypten verspricht der private Bildungsanbieter Cira Familien neben dem maroden staatlichen Bildungswesen eine gute Schulbildung für Kinder zu erschwinglichen Preisen. Die Nachfrage ist riesig, der Betreiber braucht Geld zum Expandieren.

In beiden Fällen sorgen Kundengelder der Schweizer Bank UBS für Abhilfe. Sie hat schon 2,5 Milliarden Franken (rund 2,3 Milliarden Euro) in solchen Anlagen, und in den nächsten fünf Jahren sollen weitere 4,4 Milliarden Euro dazukommen. „Wir sind davon überzeugt, dass ‚Impact Investing‘ in den nächsten 20 Jahren zu den besten Investitionsmöglichkeiten gehören wird“, sagt Mark Haefele von der UBS Vermögensverwaltung.

„Impact Investing“ heißt diese Geldanlage, wirkungsorientiertes Investieren auf Deutsch. Dabei geht es nicht um „ethische Investitionen“, solche, die nicht in Rüstungsfirmen oder Unternehmen investieren oder im Verdacht stehen, die Umwelt zu zerstören oder Menschen in Entwicklungsländern auszubeuten. Beim „Impact Investing“ fließen Gelder ausschließlich in Unternehmen, die den Zweck haben, soziale, gesellschaftliche oder Umweltprobleme zu lösen. Nicht nur in Entwicklungsländern. Bezahlbarer Wohnraum in europäischen Ballungszentren, Job-Initiativen in verlassenen Kohlestädten der USA gehören auch dazu.

In Deutschland ist das wirkungsorientierte Investieren erst im Kommen. Doch hat sich der Umfang nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung von 2012 bis 2015 auf etwa 70 Millionen Euro verdreifacht. Die Deutschen seien generell aktienscheu, sagt Wolfgang Zirus, Professor an der Munich Business School, einer privaten Fachhochschule für Wirtschaft. „Ihnen ist ein solches Vehikel eher fremd“. Einen Boom erkenne er noch nicht. Es fehlten Intermediäre wie spezialisierte Fondsverwalter und Ratingagenturen, die solche Fonds bewerten, ebenso staatliche Initiativen.

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  1. Schemmer sagt:

    Gibt es Fond`s dafür?