Deutsche Handelsüberschüsse schaden anderen Staaten nicht

Getrieben werden die Überschüsse durch den niedrigen Euro-Kurs und die Anleihen-Kaufprogramme der Europäischen Zentralbank sowie gesunkene Ölpreise.

Die Kritik an Deutschlands enormen Überschüssen in der sogenannten Leistungsbilanz ist einer Studie zufolge überzogen. Er schade weder anderen Staaten noch Deutschland selbst, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung des neu gegründeten Forschungsnetzwerkes EconPolEurope. Demnach würde eine stärkere Nachfrage aus Deutschland zwar anderen Ländern helfen, die unter Arbeitslosigkeit litten. Aber ein geringerer Überschuss würde wegen geringerer Kapitalexporte auch die Zinsen erhöhen und hoch verschuldete Länder dadurch belasten.

„Der Überschuss ist entstanden, weil Deutschland seit 2001 deutlich mehr gespart, mehr im Ausland investiert und die staatliche Neuverschuldung abgebaut hat, was angesichts seiner alternden Bevölkerung auch gut ist“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest, dessen Institut dem Verbund angehört. Getrieben würden die Überschüsse zudem durch den niedrigen Euro-Kurs und die Anleihen-Kaufprogramme der Europäischen Zentralbank sowie gesunkene Ölpreise.

Der Überschuss betrug 2016 rund 8,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, weil Deutschland weit mehr exportiert als importiert. Um ihn abzubauen, sollte Deutschland die steuerlichen Bedingungen für Unternehmensinvestitionen verbessern, schlagen die Experten vor. Dies könne durch beschleunigte Abschreibungen, eine verbesserte Verlustverrechnung sowie die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung geschehen.

 

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