Heizungs- und Wasserableser Ista nach China verkauft

Wegen langfristig stabilen Einnahmen Objekt für Finanzinvestoren.

Der Essener Energiedienstleister Ista gehört künftig dem chinesischen Milliardär Li Ka-Shing. Ein Konsortium von zwei Unternehmen aus seinem Imperium CK Hutchison Holdings zahlt nach eigenen Angaben vom Donnerstag 4,5 Milliarden Euro für den hochprofitablen Heizungs- und Wasserableser, der seit 14 Jahren dem Finanzinvestor CVC gehört hatte. Es ist eine der größten Übernahmen in Deutschland in diesem Jahr. Steigende Gewinne bei Ista hatten den Kaufpreis nach oben getrieben. Als CVC vor vier Jahren erneut in das Unternehmen investiert hatte, lag der Unternehmenswert noch bei 3,1 Milliarden Euro.

Die Anteile an Ista teilen sich künftig der Infrastruktur-Investor CK Infrastructure (CKI) aus Hongkong und die Schwestergesellschaft Cheung Kong Property Holdings, die 35 und 65 Prozent übernehmen. Dienstleister wie Ista oder der Konkurrent Techem gelten wegen der langfristig stabilen Einnahmen als begehrtes Objekt für Finanzinvestoren. Auch Pensionsfonds aus Kanada hatten mit um Ista geboten, waren aber angesichts des hohen Preises aus dem Rennen gegangen.

Auch Techem dürfte noch in diesem Jahr zum Verkauf gestellt werden. Das Unternehmen aus Eschborn bei Frankfurt gehört seit zehn Jahren dem australischen Infrastruktur-Investor Macquarie.

CVC hat sich bei Ista für einen Finanzinvestor ungewöhnlich lange engagiert. Seit CVC 2003 erstmals bei der damaligen E.ON-Tochter Viterra Energy Services eingestiegen war, habe sich das Unternehmen von einem rein deutschen Dienstleister zur Erfassung und Abrechnung von Heizkosten und Wasserverbrauch in einen „hoch digitalisierten, europäischen Energieeffizienz-Champion weiterentwickelt“, erklärte CVC-Partner Marc Strobel. CVC hatte Ista 2007 weiterverkauft, aber einen Minderheitsanteil behalten, nur um 2013 erneut die Mehrheit zu übernehmen.

Heute beschäftigt Ista 5400 Mitarbeiter in 24 Ländern. Im vergangenen Jahr hatte Ista bei einem Umsatz von 850 Millionen Euro ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 370 Millionen Euro erwirtschaftet, 2017 soll das Ebitda auf 420 Millionen steigen. Die hohen Renditen hatten das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen. Techem und Ista kontrollieren mehr als 50 Prozent des deutschen Marktes. Weitere Fusionen würden die Wettbewerbshüter nicht mehr einfach durchwinken. Den Wettbewerb anzukurbeln will das Kartellamt aber dem Gesetzgeber überlassen.

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  1. Atreides sagt:

    Wieso verkauft man ein gut laufendes Unternehmen nach dem anderen an die Chinesen?