Body-Cams von Polizisten: Ausstattung mit Gesichtserkennung

Analyse von Fotos / Fahndung lokal realisierbar

Neu sind sogenannte „Body-Cams“ nicht. Diese Videokameras werden seit geraumer Zeit von polizeilichen Einsatzkräften getragen und zur „Dokumentation eines Geschehens“ benutzt, wie es im Amtsdeutsch heißt. Mittlerweile setzt sie die Bundespolizei in Großstädten auf Bahnhöfen ein. Auch die Deutsche Bahn soll Mitarbeiter auf Bahnhöfen testweise mit Body-Cams ausgestattet haben. Erst kürzlich wurde ein Testversuch am Bahnhof Berlin-Südkreuz zur Gesichtserkennung mit Überwachungskameras bekannt.

Motorola, bekannt als Smartphone-Hersteller, geht nun einen Schritt weiter. Die US-amerikanische Firma hat sich mit Neurala, einem Software-Unternehmen mit Sitz in Boston und San Mateo, Silicon Valley, zusammengetan. Ziel der beiden Unternehmen ist, eine Body-Cam zu entwickeln, die eine Gesichtserkennung lokal realisieren kann, ohne dass eine Datenbank oder ein Rechenzentrum im Hintergrund mitwirkt. Dies soll Polizeibeamten die Möglichkeit geben, nach Personen von besonderem polizeilichen Interesse zu fahnden.

Neurala entwickelt smarte Software-Lösungen für Roboter und Drohnen, mithin also für „Künstliche Intelligenz“ (KI). Beide Unternehmen, Motorola und Neurala, werden nun zusammenarbeiten, um die Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz von Neurala in die Kameras von Motorola zu integrieren, wie etwa in die Si500 Body-Cam.

„Wir sehen ein großes Potential für die Künstliche Intelligenz, um die Sicherheit und Effizienz für unsere Kunden zu verbessern, was wiederum dazu beiträgt, sicherere Gemeinwesen zu schaffen“, erklärt Paul Steinberg, technischer Direktor bei Motorola Solutions. Und Massimiliano „Max” Versace, Firmenchef von Neurala, fügt hinzu: „Die Zusammenarbeit mit Motorola dient dazu, lokale Sicherheitsanwendungen zu erforschen, die die Echtzeit-Leistungen der Künstlichen Intelligenz nutzt und damit der Allgemeinheit dient“.

Diese Spitzentechnologie ist darauf ausgerichtet, einige der größten Herausforderungen zu lösen, die mit der Echtzeitanwendung der KI einhergehen. So wird die Kamera etwa „lernen“, Personen oder Objekte von polizeilichem Interesse zu lokalisieren und identifizieren, und soll so erhöhte Genauigkeit für die öffentliche Echtzeit-Sicherheitsanwendung gewährleisten.

Neurala wird zunächst mit Motorola Solutions an einem Prototyp arbeiten, der das Echtzeit-Lernen für das Erkennen von Personen von öffentlichem Interesse ermöglicht. Möglich ist dies, da das Neurala L-DNN (lebenslanges neuronales Tiefen-Netzwerk) die menschlichen Hirnprozesse imitiert.

Die Technologie wurde ursprünglich für die NASA und die US Air Force entwickelt.

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