Schweiz fürchtet Laster-Stau wegen Bahnproblem bei Rastatt

Seit Jahrzehnten versucht die Schweiz, den Güterverkehr auf die Schiene zu verlegen.

Die Schweiz dringt auf eine rasche Lösung des Bahnproblems bei Rastatt. „Es ist Anlass zur Sorge“, sagte der Sprecher des Bundesamtes für Verkehr, Gregor Saladin, am Donnerstag. Der Lastwagen-Verkehr über die Alpen könne zunehmen, wenn die Unterbrechung zu lange dauert. „Das Image der Bahn als verlässliches Transportmittel würde leiden“, sagte Saladin. „Es ist unser dringender Wunsch, dass das rasch behoben wird.“ Das Bundesamt sei von deutscher Seite offiziell bislang nicht über die Probleme informiert worden. „Wir entnehmen das den Zeitungen“, sagte Saladin.

Bei Bauarbeiten an einem Bahntunnel bei Rastatt in Baden-Württemberg hatten sich Schienen gesenkt. Die Strecke wurde gesperrt. Passagiere werden mit Bussen transportiert, Güterzüge umgeleitet. Die Sperrung soll nach Angaben der Deutschen Bahn bis mindestens 26. August dauern. Allein im Güterverkehr der Schweizer Bahn (SBB) seien 140 Züge pro Tag betroffen, sagte ein Sprecher. Ob Regressansprüche gegen die DB gestellt werden, konnte der Sprecher noch nicht sagen. Die Strecken werden auch von anderen Cargo-Anbietern genutzt.

Die Schweiz versucht seit Jahrzehnten, den Güterverkehr auf die Schiene zu verlegen. Die Bahn hat dort einen Anteil von 70 Prozent. Im vergangenen Jahr gelang es erstmals, die Zahl der Lastwagenfahrten bei der Alpenquerung unter eine Million zu drücken. Sie ging 2016 um 3,4 Prozent auf 975 000 zurück. Gleichzeitig stieg der Güterverkehr um 3,7 Prozent auf den Rekordwert von 40,4 Millionen Tonnen.

2012 war die Gotthardstrecke nach einem Felssturz einen Monat gesperrt. In dem Jahr gab es nach Angaben von Saladin 13 000 zusätzliche Lastwagen-Fahrten über die Alpen. Die Bahn habe einen Teil ihres Marktanteils verloren, seitdem aber mehr als zurückgewonnen.

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