MAN-Betriebsratschef für mehr Staatsbeteiligungen

Bessere Balance durch Staat / Sicherung der Arbeitsplätze

Der MAN-Betriebsratschef und VW-Aufsichtsrat Saki Stimoniaris hat sich für mehr Staatsbeteiligungen an Unternehmen nach dem Vorbild von Niedersachsen bei VW ausgesprochen. «Ein Land als Großaktionär kann Profit und Arbeitsplätze als gleichwertige Ziele in Balance halten. Ein Hedgefonds vertritt andere Interessen», sagte Stimoniaris der Deutschen Presse-Agentur.

Er würde sich auch freuen, wenn der Freistaat Bayern Aktionär bei BMW oder Siemens wäre: «Wenn die Beteiligung eine gewisse Größe hat, schaut man ganz anders hin, was im Unternehmen passiert.» Er würde sich auch wünschen, «dass unsere Politik unsere Arbeitsplätze im Inland so verteidigt wie Österreicher, Franzosen oder Amerikaner das tun».

Den Vorschlag von FDP-Chef Christian Lindner, Niedersachsen solle seine VW-Aktien verkaufen und seine im VW-Gesetz verankerten Vetorechte aufgeben, wies Stimoniaris zurück: «Das ist billige Wahlpolitik.» Die Beteiligung des Landes gebe den Beschäftigten des VW-Konzerns eine große Sicherheit, nicht nur in Niedersachsen: «Wir bei MAN haben damit gute Erfahrungen gemacht.»

Beim Umbau des Lastwagen- und Maschinenbaukonzerns – einer VW-Tochter – sei keinem Mitarbeiter gekündigt worden, «andere Betriebe würden 2000 Leute rausschmeißen». Dabei habe VW auch noch Glück mit den Familien Piëch und Porsche als Großaktionären: «Bei ihnen hat der Satz „Eigentum verpflichtet“ einen sehr, sehr hohen Stellenwert!»

Wenn die niedersächsischen Politiker nicht mehr selbst im Aufsichtsrat mitwirken wollten, könnten sie ihre Stimmrechte der Volkswagen-Belegschaftsstiftung übergeben: «Die größten Experten in einem Unternehmen sind die Mitarbeiter», sagte Stimoniaris.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) war zuletzt ein Interessenkonflikt wegen seiner Doppelrolle als VW-Aufsichtsrat vorgeworfen worden.

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