Neues Verfahren für kostengünstigen 3D-Metalldruck

Der 3D-Druck mit Metallpulver gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Ein Unternehmen in Österreich hat nun ein Verfahren entwickelt, dass die Kosten immens senken kann.

Metal Additive Manufacturing – auch „3D-Druck“ genannt – revolutioniert die Metallverarbeitung wie kaum ein anderes Verfahren: Auf Basis digitaler Konstruktionsdaten ermöglicht es den schichtweisen Aufbau hochkomplexer Teile mit völlig neuen Formen und Funktionalitäten ohne Materialverlust. Als Werkstoff dient Metallpulver in unterschiedlicher Aufbereitung. Insbesondere in Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie, dem Werkzeugbau oder der Medizintechnik, in denen vielfach technisch sehr anspruchsvolle Spezialanfertigungen gefragt sind, bietet die additive Fertigung auf Metallbasis trotz erheblicher technischer Herausforderungen großes Zukunftspotenzial. Doch der Metalldruck ist teuer.

„Das ändert sich jetzt“, verspricht der Geschäftsführer von EVO-tech Markus Kaltenbrunner. „Zusammen mit dem deutschen Chemieriesen BASF ist es uns nach 1,5 Jahren Entwicklungszeit gelungen, die Kosten für einen Metalldrucker um etwa 90 Prozent zu drücken.“ Das liege einerseits am Drucker, den EVO-tech in Schörfling herstellt. Er druckt leise und emittiert keine Schadstoffe, wodurch Metalldruck auch in Büros möglich sein soll. Andererseits wird das eigentliche Metallpulver in einem Filament gebunden, aus dem der Drucker das Metallwerkstück fertigt.

Alles Gründe für Geschäftsführer Markus Kaltenbrunner, optimistisch zu sein. „Einfach produzierbare und kostengünstige 3D-Werkstücke aus Metall sind vor allem im Prototypen- und Maschinenbau ein absolutes Zukunftsthema.“

Auch der Voestalpine-Konzern investiert in den Metalldruck. Erst im April 2017 ging ein weiteres Forschungszentrum für den 3D-Druck von hochkomplexen Metallteilen in Singapur in Betrieb; noch im August bzw. im kommenden Herbst folgt die Eröffnung von zwei weiteren Produktionsstätten in Taiwan und Kanada. Gleichzeitig investiert die voestalpine rund 20 Millionen Euro in die Erweiterung der Metallpulverherstellung für Additive Manufacturing bei ihren Tochtergesellschaften Böhler Edelstahl GmbH & Co KG, Österreich und Uddeholms AB, Schweden. Der Gesamtaufwand für die Realisierung der Additive-Manufacturing-Strategie beläuft sich auf rund 50 Millionen Euro.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.