EZB-Käufe treiben Immobilienpreise

Die umstrittenen Anleihenkäufe der EZB steigern die Preise auf dem Immobilienmarkt.

Die billionenschweren Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank treiben laut EZB Immobilienpreise und Aktienkurse an. Häuser in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien würden sich Schätzungen zufolge im Schnitt wohl um mehr als ein Prozent verteuern, Aktienkurse um 0,8 Prozent, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio auf einem Wirtschaftskongress in Lissabon. Die Arbeitslosenquote verringere sich hingegen um rund 0,7 Prozentpunkte. Der Stellvertreter von EZB-Präsident Mario Draghi betrachtete dabei die Folgen des Kaufprogramms nach etwa einem Jahr. Der expansive Anleihenankauf der EZB bleibt jedoch ein weiterhin umstrittenes Projekt.

Für die ärmsten 20 Prozent der Haushalte sind Constancio zufolge die Auswirkungen der Ankäufe auf die Arbeitslosenquote besonders ausgeprägt. In dieser Einkommensgruppe führten die Transaktionen zu einer Verringerung der Rate um mehr als zwei Prozentpunkte. Dadurch nehme tendenziell auch Ungleichheit ab. Die Wertpapierkäufe der Notenbank trügen dadurch dazu bei, Einkommensunterschiede zumindest auf kurze Sicht zu reduzieren.

Die EZB verfolgt seit längerem eine Politik weit offener Geldschleusen. Der Leitzins liegt aktuell auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem pumpen die Währungshüter über den Kauf von Staatsanleihen Monat für Monat Milliarden in das Bankensystem. Geldhäuser sollen so angeregt werden, weniger in diese Titel zu investieren und stattdessen mehr Kredite auszureichen. Denn das stützt die Konjunktur und soll so wie von der EZB gewünscht für mehr Inflation im Währungsraum sorgen. Denn mit 1,3 Prozent im Juli liegt die Inflation noch weit vom EZB-Ziel von knapp zwei Prozent entfernt.

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