Mittelstands-Netzwerk warnt vor überzogenen Forschungs-Steueranreizen

Aif: Zuschüsse für Forschungsprojekte aufstocken

Für mittelständische Unternehmen ist Forschung eine Herausforderung – oft haben sie nicht mal eine eigene Abteilung dafür. Das auf kleinere und mittlere Unternehmen ausgerichtete Industrie-Forschungsnetzwerk AiF wünscht sich daher eine bessere Förderung vom Staat – allerdings nicht über Steueranreize, wie sie zum Beispiel die CDU vor der Bundestagswahl am 24. September ins Gespräch gebracht hat.

Union und SPD wollen im Falle eines Wahlsieges bis zum Jahr 2025 die Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Deutschland auf 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung anheben. Dabei stellen CDU/CSU eine steuerliche Forschungsförderung von zwei Milliarden Euro in Aussicht – Unternehmen könnten einen Teil ihrer Forschungskosten dann von der Steuer absetzen. Der Industrieverband BDI fordert solche Steueranreize seit Langem.

AiF-Hauptgeschäftsführer Thomas Kathöfer dagegen sieht sie kritischer: Ziel müsse sein, dass mehr Mittelstandsunternehmen von Netzwerken profitieren, wenn mehr Forschungseinrichtungen eingebunden sowie Gründer und Nachwuchskräfte gestärkt werden. „So etwas leistet steuerliche Forschungsförderung nicht“, sagte Kathöfer der Deutschen Presse-Agentur.

Er möchte, dass stattdessen die Zuschüsse für Forschungsprojekte aufgestockt werden. Darauf setzt auch die SPD in ihrem Wahlprogramm, die zwei Förderprogramme aufstocken will, die von der AiF abgewickelt werden.

Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen führt Mittelstandsfirmen und Forschung zusammen, rund 50 000 Mittelstandsfirmen sind nach ihren Angaben eingebunden.

 

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