Wachstum: Schweizer Finanzwirtschaft zieht mehr Kunden an

Das BIP der Schweiz wuchs im 2. Quartal 2017 um moderate 0,3 Prozent. Im Vergleich zum 1. Quartal (revidiert +0,1 Prozent statt +0,3 Prozent) entspricht dies einer leichten Beschleunigung.

Auf der Produktionsseite des BIP trugen im 2. Quartal sowohl die Industriebranchen als auch einzelne Dienstleistungsbranchen zum Wachstum bei.

Das verarbeitende Gewerbe (+0,9 Prozent) erzielte ein Wachstum über dem historischen Mittel, konnte aber nicht ganz an die Dynamik des Vorquartals anknüpfen. Darüber hinaus stieg die Wertschöpfung in der Energiebranche spürbar an (+2,2 Prozent). Zwei wichtige Dienstleistungsbranchen wuchsen im 2. Quartal ebenfalls deutlich: das Gastgewerbe (+3,4 Prozent), das im Vorquartal nur verhalten expandiert hatte, und der Finanzsektor (+2,7 Prozent).

Auf der Verwendungsseite des BIP stützte die inländische Endnachfrage das Wachstum. Der private Konsum (+0,2 Prozent) wuchs moderat – getragen insbesondere von den Bereichen Gesundheitspflege, Wohnen und Energie sowie Restaurants und Hotels. Die Konsumausgaben für Bekleidung und Schuhe sowie Möbel und Innenausstattung waren dagegen rückläufig. Der Staatskonsum (+0,3 Prozent) erhöhte sich ebenfalls. Die Dynamik der Ausrüstungsinvestitionen (+0,3 Prozent) schwächte sich gegenüber dem Vorquartal spürbar ab. Positive Impulse kamen von den Rubriken sonstige Fahrzeuge und Dienstleistungen EDV, während die Investitionen in Maschinen und Automobile rückläufig waren. Die Bauinvestitionen (+0,8 Prozent) gewannen nach zwei schwächeren Quartalen an Fahrt.

Die Handelsbilanz mit Waren und Dienstleistungen trug im 2. Quartal per Saldo negativ zum BIP-Wachstum bei. Die Warenexporte (+0,5 Prozent) wuchsen, nach einem sehr starken Vorquartal, schwach aber immerhin breit abgestützt. Positiv entwickelten sich insbesondere die Exporte von Präzisionsinstrumenten, Uhren und Bijouterie. Die Dienstleistungsexporte (-0,3 Prozent) waren leicht rückläufig. Zwar stiegen die Exporte von Finanzdienstleistungen an, doch der Rückgang bei den Exporten von Transportdienstleistungen sowie von Lizenzen und Patenten überwog. Gleichzeitig stiegen die Warenimporte (+5,5 Prozent) deutlich an – massgeblich getrieben durch stark gewachsene Importe von Chemie- und Pharmaerzeugnissen. Die Dienstleistungsimporte (+1,7 Prozent) wuchsen ebenfalls, u.a. infolge gestiegener Importe an Telekommunikations- und Informatikdiensten sowie an Forschung und Entwicklung.

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