Industrie fordert weniger Regulierung für den Standort-Erhalt

Lohnnebenkosten auf deutsches Niveau senken / Flexible Arbeitszeit / Praxisgerechte Mangelberufsliste rasch umsetzen

„Beschäftigung und offene Stellen steigen, die Unternehmen sind mit zunehmendem Fachkräftemangel konfrontiert, Regulierungslasten und Bürokratie sind nach wie vor viel zu hoch. Es braucht eine praxisgerechte Mangelberufsliste und Reformschritte beim viel zu starren Arbeitszeitkorsett, bei Bürokratiepflichten und dem Lohnnebenkostenniveau insgesamt“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarkdaten.

Eine weitere generelle Senkung der Lohnnebenkosten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zumindest auf deutsches Niveau müsse ein vorrangiges Ziel sein, betonte der IV-Generalsekretär, der auch darauf verwies, dass es in Deutschland in den vergangenen Jahren etwa gelungen sei, den Arbeitslosenversicherungsbeitrag mehr als zu halbieren.

Beim Insolvenzentgeltfonds sei eine Beitragssenkung längst überfällig, so Neumayer, der Sozialminister sei hier jedoch seit Monaten säumig. Zudem müsse „der Weg der Entbürokratisierung rasch und konsequent im Sinne einer Entlastung der Betriebe verfolgt werden. Weitere Verzögerungen, wie bei der Modernisierung der Arbeitszeitregelungen, sind gefährlich für den Standort“, erneuerte der IV-Generalsekretär die Kritik, dass die Lösung der so essenziellen Frage der Arbeitszeitflexibilisierung durch die Sozialpartner verabsäumt wurde.

„Damit die heimischen Betriebe international wettbewerbsfähig bleiben und wir Beschäftigung in Österreich langfristig sichern können, braucht es konsequente Schritte in Richtung Entlastung der heimischen Unternehmen“, so Neumayer.

Notwendig sei daher eine sachlich fundierte Reformbereitschaft im Sinne eines wettbewerbsfähigen, innovativen Arbeits- und Industriestandortes Österreich. „Ideologische Grabenkämpfe können wir uns schon lange nicht mehr leisten“, so der Generalsekretär, der abschließend festhielt: „Die nächste Bundesregierung ist hier gefordert, längst überfällige Zeichen für ein unternehmensfreundliches politisches Umfeld zu setzen.“

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