Stadtwerke sollen Glasfaser mit Stromkabeln verlegen

Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) fordert von den Stadtwerken in Deutschland schon heute den Aufbau eines Glasfasernetzes für besonders schnelles Internet.

Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) fordert von den Stadtwerken in Deutschland den Aufbau eines Glasfasernetzes für besonders schnelles Internet. (Foto: dpa)

Bundesratspräsidentin Malu Dreyer (SPD) fordert von den Stadtwerken in Deutschland den Aufbau eines Glasfasernetzes für besonders schnelles Internet. (Foto: dpa)

Die Kabel könnten zusammen mit Biogas- und Stromleitungen verlegt werden. „Das ist ein großer Auftrag an die Stadtwerke: Überall da, wo gegraben wird, wo gebuddelt wird, wo Versorgungsleitungen verlegt werden, dass man wirklich daran denkt, auch die Voraussetzungen zu schaffen für Glasfaserverlegungen“, sagte Dreyer beim Stadtwerkekongress des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) am Dienstag in Mainz.

Das derzeitige Ziel, Deutschland bis zum Ende kommenden Jahres mit 50 Megabits pro Sekunde zu versorgen, könne „nur ein erster Schritt“ sein, fuhr die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin fort. Es dürfe nicht nur darum gehen, schnelles Internet für ruckelfreie Videos zu haben, sondern das Land müsse zu einer „Gigabit-Gesellschaft“ werden. „Wir brauchen Glasfaser bis ans Haus, an jeden Betrieb heran.“ Das sei „eigentlich ein Muss“. Alle Akteure seien gefordert, diese digitale Transformation mitzugestalten.

Außerdem hält Dreyer die Stadtwerke für zentrale Akteure bei der Umstellung auf Strom aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energien. „Die dezentrale Umsetzung der Energiewende ist ohne die Stadtwerke überhaupt gar nicht vorstellbar“, sagte sie. Auch organisierten die Stadtwerke die Auf- und Umrüstung der Netzinfrastruktur zur Verteilung des Stroms.

Der Verband sprach von einer „deutlichen Dynamik“ bei den erneuerbaren Energien. Ihr Anteil an der installierten Leistung der Stadtwerke sei von 2015 auf 2016 um fast 20 Prozent gestiegen. Nun liege sie bei 17,5 Prozent, erklärte der Verband auf Basis einer unter seinen Mitgliedern durchgeführte Erzeugungsumfrage. Den größten Anteil haben die meistens auf Gas basierenden Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen.

Insgesamt investierten die kommunalen Unternehmen 6,33 Milliarden Euro in die Energieerzeugung – weit mehr als in den Vorjahren. Die Zurückhaltung sei zurückzuführen gewesen auf den damals „unsicheren politischen Rahmen“, erklärte ein VKU-Sprecher. Weder beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) noch dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) oder dem Strommarktdesign habe die Bundesregierung verlässliche Botschaften gesendet, was langfristige Investitionen schwierig gemacht habe.

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche forderte die Bundesregierung auf dem Kongress auf, bei der Energieversorgung die Verteilnetze vor Ort nicht zu vergessen. „Niemand bestreitet, dass wir Stromautobahnen brauchen.“ Ein Land benötige aber nicht nur leistungsfähige Autobahnen, sondern auch Bundesstraßen, Landstraßen und Kreisstraßen. „Dieses Bild gilt auch für Stromnetze.“ Die eigentliche Musik spiele in den 1,7 Millionen Kilometern Verteilnetz.

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