Bundesregierung fördert Forschung an Hochschulen

Bitkom sieht in KI Schlüsseltechnologie / Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka will mit Künstlicher Intelligenz (KI) der deutschen Wirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb sichern. „Wir müssen mehr aus dem Thema KI machen“, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Die deutsche KI-Forschung sei zwar exzellent, „aber wir müssen diese Wissens-PS auch auf die Produktionsstraße bringen.“ Deswegen nimmt die Plattform „Lernende Systeme“ ihre Arbeit auf. Sie soll den Weg für KI in Industrie und Wirtschaft bereiten, denn nach Digitalisierung und Vernetzung gilt sie als nächste Innovationsstufe.

Unter Künstlicher Intelligenz versteht man selbstlernende Maschinen. Diese können eigenständig Probleme lösen und ihre Handlung aufgrund von Erfahrungen anpassen. Manche Autofahrer profitieren bereits davon. Automatisches Einparken ist ein Beispiel für KI. Der Branchenverband Bitkom hält KI für eine Schlüsseltechnologie, die sich maßgeblich auf Wirtschaft, öffentliche Hand und das tägliche Leben auswirken wird. Mindestens vier Milliarden Euro sollte der Staat aus Bitkom-Sicht in die KI-Forschung stecken und eine Strategie entwickeln, wie die gesamte Wirtschaft davon profitieren kann. Auch Union und SPD haben bereits einen KI-Masterplan gefordert.

Wanka macht nun einen ersten Schritt. „Unsere Forschung hat einen Reifegrad erreicht, der das große Potenzial dieser neuen Technologie auch für die Wirtschaft offenbart“, erklärt sie. „Wir müssen bei KI jetzt in Kategorien denken, die wie bei Industrie 4.0 von weitreichenden Veränderungen ausgehen.“ Deshalb würden auf der Plattform Wirtschaft, Forschung und Politik zusammengebracht. Nun sollen ein Lenkungskreis berufen und eine Geschäftsstelle eingerichtet werden, zudem geht eine Webseite an den Start. Erste Schwerpunktthemen stehen mit Mobilität und Gesundheit bereits fest. Von Oktober an sollen Experten in sieben Arbeitsgruppen Vorschläge erarbeiten, wie beispielsweise Datenanalyse-Werkzeuge ausgebaut werden können.

In der Krebstherapie werden bereits erste Erfahrungen mit KI-Datenanalysen gesammelt. Dabei werden der Krebs eines Patienten mit den Akten Millionen anderer Krebserkrankter verglichen. In kurzer Zeit findet sich die erfolgversprechendste Therapieform, und zugleich werden die neuesten Forschungsaufsätze berücksichtigt. Von KI versprechen sich die Experten auch viel in anderen Bereichen wie Dienstleistung, Mobilität und Produktion. Neben der Abstimmung von Forschung und Wirtschaft hat Wanka auch Universitäten im Blick: „Wir wollen die Hochschulen stärken, die bereits über eine große KI-Kompetenz verfügen.“ Deshalb sollten diese Standorte die Möglichkeit erhalten, modernste Technik anzuschaffen.

Der Gefahr, dass durch KI Arbeitsplätze überflüssig werden, hält Wanka entgegen: „Ich sehe da auch Chancen für zukünftige Jobs, weil der Bedarf an qualifizierten Fachkräften durch KI wächst.“ Die CDU-Politikerin warnt davor, die neue Technologie zu verteufeln. „Zu oft bleiben Potenziale in Deutschland ungenutzt, weil wir interessengesteuerten Trugbildern mehr Glauben schenken als belegten Fakten.“

Skeptiker fürchten, KI könne sich irgendwann verselbstständigen und gegen Menschen richten. So warnte der Chef des Elektroauto-Bauers Tesla, Elon Musk, davor, KI-Roboter könnten Menschen töten. Wanka hält diese Gefahr für beherrschbar: „Wir werden auch die Diskussion durch die Plattform anstoßen, wo wir aus ethischen Gründen Grenzen für den Einsatz von KI ziehen müssen.“ Ihr Fazit: „Wir müssen lernen, damit richtig umzugehen.“

 

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