Schweizer Nationalbank interveniert weiter im Markt

Franken weiterhin hoch bewertet / Sichteinlage bleibt bei minus 0,75 Prozent

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre lockere Geldpolitik und ihre Zinssätze bestätigt. Die Ausrichtung bleibe „unverändert expansiv“, teilte die SNB in Zürich mit. Den Wechselkurs des Franken sieht die SNB nicht mehr ganz so kritisch.

Der Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank beträgt weiterhin minus 0,75 Prozent. Das Zielband für den Dreimonatslibor bleibt zwischen minus 1,25 Prozent und minus 0,25 Prozent. Ziel der lockeren Geldpolitik sei es, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützten.

Zuletzt sei es zu einem „gewissen Abbau“ der „deutlichen Überbewertung“ des Schweizer Franken gekommen, schreibt die SNB. Grund seien die Kursverluste des Franken zum Euro. „Der Franken ist aber weiterhin hoch bewertet, und die Situation am Devisenmarkt ist nach wie vor fragil“, so die SNB. Man bleibe daher am Devisenmarkt aktiv, um Druck vom Franken zu nehmen.

Aufgrund der Wechselkursentwicklung wurde die Inflationsprognose für das laufende Jahr etwas angehoben. So erwartet die SNB jetzt eine Inflationsrate von 0,4 Prozent, nachdem sie zuvor noch 0,3 Prozent prognostiziert hatte. Die Wirtschaft befinde sich weiterhin auf einem „moderaten Erholungskurs“, so die SNB. Die Wachstumsprognose für 2017 wurde jedoch von „rund 1,5 Prozent“ auf „knapp 1,0 Prozent“ nach unten revidiert. Die Prognoseänderung wurde mit dem geringeren Wirtschaftswachstum in den Vorquartalen begründet.

Der Eurokurs legte zum Franken nach Bekanntgabe der SNB-Entscheidungen merklich zu. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung stieg auf 1,1530 Franken, nachdem er zuvor bei 1,1440 Franken gelegen hatte.

Kommentare

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  1. samba sagt:

    Wenn das die Schweizer wüssten…..Erst massiver Staatsgoldverkauf zum Niedrigpreis.
    Dann Euro-Anleihekauf zur angeblichen Stützung der Währungskurse Franken /Euro (die Bilanz der Schweizer Nationalbank ist nun endlich voll mit dem wertlosen Eurogedöns). Und weiter geht es mit der lockeren Geldpolitik. Jetzt werden die Ersparnisse der Bürger durch die Zinspolitik weginflationiert. Die vorbildliche Volksdemokratie der Schweiz wird mit dieser letztlich auch von außen gesteuerten Geldpolitik auf kurz oder lang ausgehebelt. Schade…
    Beste Grüße
    Samba