Die Automatisierung erreicht auch die Finanzbranche

Nicht nur in der Versicherungs-, auch in der Finanzbranche stehen hinsichtlich der Digitalisierung Jobs auf dem Spiel.

Unlängst kam die Allianz Deutschland in die Schlagzeilen: „700 Jobs kostet die Digitalisierung“ hieß es im Sommer dieses Jahres. Der Abbau sei Teil eines Sparprogramms, dem insgesamt 1270 Jobs zum Opfer fallen werden. Die Digitalisierung mache viele Tätigkeiten in der Branche überflüssig.

Doch nicht nur in der Versicherungs-, auch in der Finanzbranche stehen hinsichtlich der Digitalisierung Jobs auf dem Spiel. Der Personalabbau erfolge dann, wenn die „dafür notwendigen technischen Voraussetzungen vorliegen“, sprich: „wenn die nötigen IT-Systeme laufen“, war zuletzt aus der Commerzbank zu vernehmen. Veränderte Geschäftsmodelle und neue Technologien sind mithin Gründe für Stellenstreichungen.

In Österreich würden die künftigen Veränderungen unterschätzt, betonen Experten wie Agatha Kalandra bei der PwC Österreich. Vermutlich seien die Auswirkungen der künftigen Entwicklung gar nicht abzuschätzen. Was damit zu tun haben könnte, dass in den Entscheidungsgremien zu wenige Leute sitzen, die mit der digitalen Welt aufgewachsen sind.

Aber auch neue Wettbewerber wie FinTechs kommen ins Spiel. In den USA haben sich Investments in Start-ups, die für Innovationen im Finanzbereich sorgen wollen, allein zwischen den Jahren 2013 und 2014 auf 12,2 Milliarden US-Dollar vervielfacht. Insgesamt entfallen auf den FinTech-Bereich in den USA 36 Milliarden Dollar. Bereits 2015 war der chinesische FinTech-Markt 102 Milliarden Dollar schwer. Kommen diese neuen Player vermehrt auf den europäischen Markt, verliert der konventionelle Bankensektor. Denn für diese neuen Wettbewerber ist Automatisierung kein Fremdwort.

Im Finanzbereich könnten sich nach einer Oxford-Studie in Zukunft Jobverluste von weit über 50 Prozent ergeben. Auch Ex-Barclays-Chef Antony Jenkins sieht Jobstreichungen von 50 Prozent. Er geht jedoch von mindestens 20 Prozent aus.

Für die USA werden die Zahlen dann verständlich, wenn man unterlegt, dass sogar Topanalysten von Goldman Sachs durch neue Software-Lösungen „ersetzt“ werden. In Österreich ist vorerst abzusehen, dass zunächst einfachere Jobs gestrichen werden, darunter Buchhaltung und der Personalbereich.

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