Studentenkredite können Kapitalerträge bringen

Private Bildungs-Finanzierung zahlt sich aus

Es gibt eine Gruppe von Anlegern, die wissen möchte, welche konkrete, soziale Wirkung ihr Geld entfaltet. Entsprechend groß ist das weltweite Interesse am sogenannten „wirkungsorientierten Investieren“ (englisch: Social Impact Investing).

Der Begriff wirkungsorientiertes Investieren ist noch relativ neu. Er umfasst Investitionen in wirkungsorientierte Organisationen oder Fonds mit der gezielten Absicht, soziale bzw. ökologische Wirkung sowie eine positive finanzielle Rendite zu erzielen. Die soziale (oder auch ökologische) Wirkung ist Teil der Investmentstrategie und wird kontinuierlich evaluiert. In Deutschland steigt die Nachfrage nach einer solchen Anlageform: Seit 2012 hat sich die Marktgröße verdreifacht, wenn auch von einer niedrigen Basis.

Aber auch Investitionen in Bildung bringen wirtschaftlichen Ertrag. Die Aussage, dass „Bildung nichts kosten darf, außer etwas Anstrengung“ ist obsolet. Bildung kostet. Vor allem für ein Land, das außer Bildung kaum Rohstoffe besitzt, sind Investitionen in gute Bildung elementar. Allein über Steuergelder (BAföG) sind die Bildungschancen nicht zu stemmen.

Ein Bachelor-Studium über etwa drei Jahre kostet – ohne Studiengebühren – rund 29.000 Euro, jedenfalls an den Lebenshaltungskosten gemessen. Das staatliche BAföG kommt aber nur für etwa 18 Prozent der Studierenden infrage. Und selbst für BAföG-Bezieher sind es nur rund 435 Euro pro Monat. Stipendiaten machen lediglich 4 Prozent aller Studierenden aus.

Noch immer sind es die Eltern, die das Studium ihrer Kinder bezahlen. Ein Bachelor- oder Masterstudium ist streng verschult. Deshalb bleibt kaum Zeit, neben dem Büffeln noch Geld mit einem Job zu verdienen.

Zwar bietet die KfW Studienkredite für ein Erst- und Zweitstudium, postgradualen Studien sowie Promotion mit Auszahlungsbeträgen zwischen 100 und 650 Euro, jedoch zu in der Niedrigzinsphase hohen effektiven Jahreszinssätzen von 3,48 Prozent.

Wirkungsorientiertes Investieren (Social Impact Investing) bleibt für die Gruppe der vermögenden privaten Investoren indessen noch überschaubar. Laut einer Studie der Universität Stuttgart, die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt wurde, setzte sich bisher nur einen kleiner Teil der vermögenden Privatpersonen in Deutschland mit dem Thema auseinander. Falls investiert wird, machen wirkungsorientierte Investitionen nur einen kleinen (<3 Prozent), isoliert vom Gesamtportfolio betrachteten Teil des Vermögens aus, der eher als Ergänzung zum philanthropischen Engagement gesehen wird.

Gleichwohl bedeuten Investments in einen Studienfonds nicht nur eine Förderung der Zukunftsfähigkeit des Landes sondern werfen auch finanzielle Erträge ab. Einer Ifo-Studie „Bildung zahlt sich aus“ zufolge weist nach, dass das Einkommen mit jedem höheren Bildungsabschluss um bis zu 64 Prozent steigt, und das Bildungsniveau in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angehoben wurde.

 

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