Familienunternehmen: Nachfolger brauchen mehr Freiräume

Generationswechsel braucht Überzeugungsarbeit / Innovation unverzichtbar

75 Prozent der künftigen Chefs wollen ihr Unternehmen voranbringen, aber 26 Prozent finden es schwierig, die heutige Generation von ihren Ideen zu überzeugen. (Foto: Flickr/PopTech/CC BY-SA 2.0)

75 Prozent der künftigen Chefs wollen ihr Unternehmen voranbringen, aber 26 Prozent finden es schwierig, die heutige Generation von ihren Ideen zu überzeugen. (Foto: Flickr/PopTech/CC BY-SA 2.0)

Drei von vier künftigen Führungskräften in Familienunternehmen haben große Pläne und wollen ihr Unternehmen vorwärts bringen, doch die heutige Generation lässt sich oftmals nur schwer von neuen Ideen überzeugen. Das ist das Ergebnis der NextGen Survey von PwC, für die künftige Chefs von Familienunternehmen aus 21 Ländern befragt wurden.

Gerade in den Bereichen Digitalisierung und Innovation ist die Kluft zwischen den Generationen besonders groß – obwohl sich genau hier die größten Chancen bieten würden: „Unsere Studie zeigt, dass die Digitalisierung ein Bereich ist, wo die nächste Generation einen echten Mehrwert für das Unternehmen bringen kann“, sagt Rudolf Krickl, Partner und Family Business Leader bei PwC Österreich. „Während die Chefs von morgen die Digitalisierung mit Begeisterung anpacken, ist die heutige Generation oft vorsichtiger, das vorgegebene Tempo der Veränderungen zu akzeptieren.“

Unterwegs Richtung Zukunft: Vier Wege nach vorne

Im Rahmen der Studie wurden vier Hauptansätze identifiziert, die Chefs von morgen – bei ihrer Suche nach ihrem eigenen Weg zum Erfolg – verfolgen:

Übernehmer: Sie konzentrieren sich darauf, das Familienunternehmen zu sichern sowie seine Profitabilität zu erhalten und versuchen, das etablierte Geschäftsmodell erfolgreich fortzusetzen.

Veränderer: Sie machen es sich zur Aufgabe, den Familienbetrieb umzukrempeln und dadurch fit für die Zukunft zu machen.

Intrapreneure: Diese Nachfolger übernehmen lediglich Teile des Familienunternehmens, indem sie sich auf bestimmte Geschäftsbereiche konzentrieren – und werden so zu Unternehmern innerhalb des Unternehmens.

Entrepreneure: Sie starten eigene Unternehmungen außerhalb des traditionellen Familienbetriebs, oft in einer anderen Branche oder Industrie.

Obwohl Nachfolger unterschiedliche Entwicklungspfade verfolgen, haben sich dennoch auch gemeinsame Erfolgsfaktoren ergeben:

Freiraum: Die Nachfolgegeneration sollte die Freiheit haben, neue Dinge auszuprobieren und einen eigenen Führungsstil zu entwickeln.

Kommunikation: Durch ehrliches Engagement in beide Richtungen zwischen der heutigen und der neuen Generation, mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen als Basis, wird sichergestellt, dass Erfahrung entsprechend gewürdigt wird und neue Ideen anerkannt werden.

Klarheit: Es ist sehr wichtig, eine klare Strategie und eine vereinbarte Abgrenzung der Rollen und Verantwortlichkeiten zu haben, vor allem, wenn Kollegen gleichzeitig Verwandte und damit immer auch Emotionen im Spiel sind.

Glaubwürdigkeit: Als „Kind des Chefs” muss man sich den Respekt der Kollegen verdienen und evtl. zuerst Erfahrungen außerhalb des Familienbetriebs sammeln.

Einsatz: Die Vorgänger-Generation muss sich zur Entwicklung und Förderung der nächsten Generation bekennen. Diese muss gleichzeitig die Bereitschaft zeigen, Zeit in das Unternehmen zu investieren und es fortzuführen zu wollen.

 

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